Mehr als ein Chor: „Die Zeit in der Kurrende ist prägend“

Mehr als ein Chor: „Die Zeit in der Kurrende ist prägend“

Die Wuppertaler Kurrende will mehr sein als „nur" ein Chor. Angeboten wird ein umfassendes Freizeitprogramm.

Wuppertal. „Viele Eltern wissen gar nicht, welch fundierte Ausbildung hinter der Kurrende steht.“ Deshalb wird Olaf Rosier nicht müde, nach aufgeweckten Neulingen Ausschau zu halten und munter zu betonen, dass „seine“ Kurrende mehr zu bieten hat als „nur“ Musik.

Der älteste Knabenchor in der Evangelischen Kirche im Rheinland ist auch auf anderen Feldern aktiv, sprich: am Ball.

„Bei uns wird vor und nach der Probe Fußball gespielt“, erklärt Rosier, der die Zeichen der Zeit erkannt hat. „G 8 reicht immer mehr in den Nachmittagsbereich hinein und nimmt den Schülern Gestaltungsmöglichkeiten in der Freizeit. Eltern legen deshalb immer mehr Wert darauf, dass ein Verein alles oder zumindest vieles abdeckt.“ Genau das möchte die Kurrende tun: „Wir bieten Paketlösungen an — also Musik, Sport und ergänzende Freizeitmöglichkeiten.“ Dass die Musik dabei den Ton angibt und die wichtigste Rolle spielt, versteht sich von selbst.

220 aktive Sänger erheben gemeinschaftlich ihre Stimme. Ihr Weg führt sie im Maximalfall von der musikalischen Früherziehung über die Knabenchor-Ausbildung bis zum Einsatz im Konzertchor. Dass viele die Route mit Elan zu Ende gehen, freut nicht zuletzt Anke Lüdtke. „Einmal Kurrendaner — immer Kurrendaner“, sagt die Chor-Managerin.

Den Beweis liefern die Sänger in gut drei Wochen: Ehemalige unterstützen den Männerchor der Kurrende, wenn er am Samstag, 19. Februar, um 19.15 Uhr in der Alten Wupperfelder Kirche, Bredde 69, singt. „Die Zeit in der Kurrende ist prägend. Viele halten auch später noch Kontakt“, weiß Lüdtke, die entsprechend reagiert: „Alle zwei Jahre laden wir die Ehemaligen zu einem besonderen Konzert ein.“ Diesmal soll weltliche und romantische Chormusik die Basis für ein klangvolles Wiedersehen sein.

Auch sonst haben die Sänger viel vor: Am 26. März führen sie die „Markus-Passion“ von Johann Sebastian Bach in der Christuskirche, Unterer Grifflenberg, auf. Am 30. März geben sie im Rahmen der Jüdischen Kulturtage ein Festkonzert in der Stadthalle. Auch am 24. September machen sie in der Stadthalle Station — dann lockt die „Nacht der Chöre“.

Den 26. Juni können sich Knabenchor-Fans ebenfalls vormerken: In der Lutherkirche erklingt das nächste Konzert aus der Reihe „Internationale Gastkonzerte“. Diesmal nimmt der Nidaros Cathedral Boys’ Choir aus Trondheim Kurs auf Wuppertal.

Apropos Reisen: Die Kurrende packt auch selbst die Koffer. Im Juni sind die Wuppertaler auf Konzerttour durch Reutlingen und Limburg. Denn auch dies sei für Eltern wichtig, wie Rosier betont: „Die Chorgemeinschaft ist ein soziales Netzwerk.“ Deshalb hat auch die Sommerfreizeit einen festen Platz im Jahresprogramm, das sein Finale traditionell mit den Quempas-Konzerten (10. bis 18. Dezember) erlebt.

Neben großen Konzerten warten auf die Sänger aber auch viele kleine Auftritte: „Wir sind natürlich regelmäßig im Gottesdienst präsent.“ Ohne Fußball, aber mit Begeisterung.

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