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Mathias Richling: „Wer sich nicht aufregt, hat schon aufgegeben“

Mathias Richling: „Wer sich nicht aufregt, hat schon aufgegeben“

Ein Schwabe in Barmen: Kabarettist Mathias Richling tritt am 15. März im Opernhaus auf.

Wuppertal. „Deutschland to go“ heißt nicht nur sein Buch, sondern vor allem auch das neue Bühnen-Programm von Mathias Richling. Was Demokratie zum Schnellverzehr bedeutet, zeigt der TV-bekannte Kabarettist am Samstag, 15. März, um 20 Uhr im Wuppertaler Opernhaus — neun Tage vor seinem 61. Geburtstag.

Der Schwabe mit der schnellen Zunge hat eine klare Vorstellung von seinem Gastspiel in Barmen: Er holt wieder das gesamte Polit-Personal von Regierung und Opposition auf die Bühne, stellt es zur Rede und dreht jedes Wort um, bis die Floskeln übrigbleiben und die Hülsen sichtbar werden.

Herr Richling, Sie stehen seit Jahrzehnten auf der Kabarett-Bühne. Wird man da nicht im Laufe der Zeit ruhiger, gelassener und tiefenentspannter? Oder regt Sie der politische Dschungel noch genauso auf wie zu Anfangszeiten?

Mathias Richling: Wer sich nicht aufregt, hat schon aufgegeben. Davon bin ich sehr weit entfernt. Meine Wut ist noch größer geworden über die verlorenen Jahre, in denen wir mehr Demokratie wagen wollten und uns doch konservativ einlullen ließen. Darüber hinaus bin ich insgeheim doch gelassener geworden: Das ist ja, was mich so aufregt!

Auf welchen prominenten „Begleiter“, auf welche politische Figur möchten Sie in diesem Leben - zumindest in diesem Programm - nicht mehr verzichten?

Richling: Ich verstehe die Frage nicht: Ich kann wirklich auf alle verzichten.

Was genau erwartet das Publikum in Wuppertal?

Richling: Viel Reisegepäck jedenfalls. Es kommt aber auf den Inhalt an. Wir arbeiten uns auf der Bühne an der Demokratie und ihren Auswüchsen ab. Das Programm ist eine Casting-Show und die Wuppertaler dürfen bis zum Gastspiel raten, ob Angela Merkel, Wolfgang Schäuble oder Sigmar Gabriel in den Recall kommen.

Sie treten nicht zum ersten Mal im Opernhaus auf. Wie gut kennen Sie Wuppertal?

Richling: Ich kenne vor allem das Publikum — und das ist großartig!