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Wuppertaler Kultur: Marlene Mintert präsentiert „Tiefdruck“

Wuppertaler Kultur : Marlene Mintert präsentiert „Tiefdruck“

Ausstellungseröffnung in der Wuba-Galerie mit beeindruckenden Radierungen.

Längst ist bekannt, dass sich in den letzten Jahren im Bereich der historischen Friedrich-Engels-Allee eine vielfältige Kunstszene mit Ateliers, Druckwerkstätten und aktiv arbeitenden Künstlern etabliert hat. In den lichtdurchfluteten Räumen der Wuba-Galerie von Brigitte Baumann fand eine Ausstellungseröffnung statt, zu der die Galeristin die Grafik-Designerin Marlene Mintert eingeladen hatte. Mintert präsentierte unter großem Publikumsinteresse ihre Arbeiten.

Die Künstlerin gehört zu den zahlreichen Kunstschaffenden in Wuppertal. Sie hat sich nach ihrem Grafik-Design-Studium in Düsseldorf im Fachbereich Werbegrafik im Laufe der Zeit der anspruchsvollen Kunstform der Radierung gewidmet, deren aktuelle Ergebnisse man in faszinierendem Betrachten auf sich wirken lassen konnte. Das Tiefdruckverfahren, mit dem die zuvor auf eine Metallplatte aufgebrachte „Radierung“ als Druckerzeugnis hergestellt wird, ist nicht ohne Grund bei der Unesco als immaterielles Kulturerbe aufgenommen worden. Namen wie Rembrandt, Goya oder Picasso sind mit dieser Technik eng verbunden.

Marlene Mintert hat sich, unabhängig von ihrer ursprünglichen Ausbildung, einen eigenen Stil in diesem Bereich erarbeitet, bei dem sie die gesamte Bandbreite dieses künstlerischen Verfahrens zum Einsatz bringt. Bis ins kleinste Detail arbeitet sie auch in einer fast fotografischen Mehrfarbigkeit, die an Malerei denken lässt. Solche Arbeiten sind nach dem sog. „à la pouppèe“-Verfahren entstanden, wobei der Druck in einem Arbeitsgang mit allen Farben und von einer Platte erfolgt. Gerade hinsichtlich der Farbgestaltungen können diese Radierungen stets als Unikate angesehen werden. Für Marlene Mintert bietet dieses Verfahren eine besonders große Freiheit im spielerischen Umgang mit Farben.

Und diese kamen in den geschmackvoll gestalteten Räumlichkeiten der Wuba-Galerie brillant zur Wirkung und zu einem bewegenden Ausdruck. Zur Zeit arbeitet sie sehr gerne mit naturalistischen Elementen, in der Ausstellung war ein schwarzer Rabe zu bewundern, lebendige, blühende und kraftvolle Farbgebungen, Gemüse- und Pflanzenarten, eine Augenweide, und noch vieles mehr. Bei den zweiten Unterbarmer Druck-Kunst-Tagen am 14. und 15. März – der 15. März gilt als Tag der Druckkunst im Sinne des Kulturerbes – kann man Marlene Minterts Werke in der Wuba-Galerie betrachten, ihr in der gegenüberliegenden BBK-Druckwerkstatt bei Druckvorführungen über die Schulter schauen und mit ihr sowie vielen anderen Kunstausübenden ins Gespräch kommen. Von den Ateliers der historischen Friedrich-Engels-Allee geht immer mehr ein wichtiger Impuls in Richtung Kunstmetropole Wuppertal aus. TAP