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„Maria Stuart“ in Barmen: Ein Österreicher berät die Königin

„Maria Stuart“ in Barmen: Ein Österreicher berät die Königin

Bernhard Majcen steht erstmals in Wuppertal im Rampenlicht: Als Baron von Burleigh feiert er am 19. Oktober Premiere.

Wuppertal. Ein Österreicher wird in Wuppertal Baron: Bernhard Majcen feiert am Samstag, 19. Oktober, Premiere im Opernhaus. Wenn die Wuppertaler Bühnen „Maria Stuart“ vorstellen, spielt er Wilhelm Cecil, den Baron von Burleigh. Der 52-Jährige ist nicht nur Theater-Schauspieler, sondern auch aus TV-Serien („Soko Kitzbühel“) und Filmen („Ein halbes Leben“, „Der Besuch der alten Dame“) bekannt.

Herr Majcen, Sie sind zum ersten Mal an den Wuppertaler Bühnen engagiert und kennen Christian von Treskow, den aktuellen Schauspiel-Chef, aus gemeinsamen Zeiten in Erlangen. War sofort klar, dass Sie dabei sind, als er von seinen Plänen erzählte?

Bernhard Majcen: Als die Anfrage kam, bei „Maria Stuart“ mitzuspielen, war für mich sofort klar, dass ich das unbedingt machen möchte. Terminliche Dinge wurden schnell abgeklärt und so stehe ich seit dem 5. September, nach Vorproben im Juli, in vollen und spannenden Proben. Ich habe mit Christian von Treskow schon sechs Produktionen gemacht und schätze sein Wissen um die Dinge (nicht nur das Theater betreffend) und habe das absolute Vertrauen in ihn und seine Arbeit.

Das Wuppertaler Theater hat überregional negative Schlagzeilen gemacht, weil der Spardruck groß ist, das Schauspielhaus geschlossen wurde und ein Intendantenwechsel ansteht. Dabei wurden inhaltlich immer wieder positive Akzente gesetzt. Freut man sich als Gast-Schauspieler, weil man nach dem Motto „Jetzt erst recht“ Theater machen kann, oder hat man, im Gegenteil, auch Bedenken, an einem Ort aufzutreten, an dem kulturpolitische Debatten auf der Tagesordnung stehen?

Majcen: Für mich als Österreicher ist der Werdegang des kulturpolitischen Ist-Zustandes etwas verwirrend, da ich der Meinung bin, dass es in der Politik, naturgemäß auch in der Kulturpolitik, nicht immer nur darum gehen kann, ob man sich etwas leisten kann, sondern vor allem darum, ob man sich etwas leisten will! Kultur - wie auch Bildung und Ausbildung - muss man sich leisten wollen.

Was ist das für einer - der Baron von Burleigh, den Sie spielen?

Majcen: Baron von Burleigh ist für mich — über mehr kann ich nicht reden — der absolute Diener seines Herren respektive seiner Herrin. Unbestechlich und immer das Wohl des Staates im Auge behaltend, ohne auf seinen eigenen Vorteil bedacht zu sein.

Welche Botschaft transportiert aus Ihrer Sicht das Stück?

Majcen: Das möge der geneigte Zuschauer beurteilen. Aber: Es ist nicht leicht, trocken aus dem Wasser zu kommen.

Wie ist es, als Gast auf ein eingespieltes Ensemble zu treffen?

Majcen: Da ich seit Jahren frei arbeite, ist mir diese Situation wohlbekannt. Ich bin hier in Wuppertal mit offenen Armen empfangen worden.

Haben Sie eine Lieblingsszene?

Majcen: Als die Königin das Todesurteil unterschreibt und es dann einem kleinen Sekretär überlässt, das Richtige damit zu tun.