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Kultur in Wuppertal: „Man braucht den Mut, zu scheitern“

Kultur in Wuppertal : „Man braucht den Mut, zu scheitern“

Improvisationstheater B7 spielte mit und gegen „Schwammdrüber“ aus Unna.

An die Königsdisziplin des Improvisationstheaters haben sie sich herangewagt: Die B7-Improtheater-Gruppe lud am Freitag zur Frühjahrsshow zum Match mit der Gruppe Schwammdrüber aus Unna ein. In zahlreichen humorvollen Szenen traten die beiden Teams gegeneinander an und bewiesen dabei ihr Können, auf Zuruf der Zuschauer spontan zu agieren. Nicht nur konnte das Publikum darzustellende Tätigkeiten und Emotionen bestimmen, mit farbigen Karten und dem Applausometer bestimmte es den Sieger und vergab Punkte. Mit Narzissen und Toilettenpapierrollen konnten besonders gute Ideen oder schlechte Entscheidungen des Schiedsrichters entsprechend bewertet werden. „Alles was hier passiert, passiert zum ersten und zum letzten Mal“, hieß es zu Beginn des Matches, da Improvisation keinem Skript folgt.

Die Gruppen forderten sich gegenseitig mit Kategorien heraus. So legte B7 mit einer in der Sauna spielenden Szene der Kategorie Musik vor. Sprechparts mussten gesungen werden, sobald sich zwei Schauspieler berührten. Das Team Schwammdrüber zog nach, indem es den Streit eines Paares über Grillfleisch und Veganismus sängerisch inszenierte.

Eine Darstellung in der Pathologie fand ebenso Anklang wie ein Expertengespräch zum Thema Coronavirus, das pantomimisch simultan übersetzt wurde. So wurde aus dem Ratschlag des vermeintlichen Experten schnell ein Radschlag des Schauspielers, der für seine Interpretation von Hamsterkäufen zahlreiche Narzissen zugeworfen bekam.

Das Publikum
verteilt Punkte

Auf einer Tafel wurden die Publikumspunkte festgehalten. Die beiden Teams traten aber nicht nur gegeneinander an, sondern spielten auch gemeinsam. Eine Art stille Post auf der Bühne – eine gespielte Szene zum Thema Holzhacken, die anschließend von einem zweiten Schauspielerduo pantomimisch wiederholt wurde und dann von einem dritten Duo textlich interpretiert werden musste – sorgte für Zugabe-Rufe im Publikum.

„Das Match war eine Herausforderung, weil wir uns heute erst kennengelernt haben“, erzählte Martin Linke von B7. „Wir haben nicht besprochen, wie wir zum Beispiel das Thema Beziehung spielen“, sagte er. Man brauche dabei auch den Mut, zu scheitern. „Man muss üben, den Kopf frei zu bekommen“, sagte Ivonne Mergemann von Schwammdrüber. Das Schwammdrüber-Improtheater konnte letztlich das Publikum und das Match für sich gewinnen.