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Malerische Liebe zum lebendigen Material

Malerische Liebe zum lebendigen Material

Sybille Spelsberg platziert ihre großformatigen Bilder in der Galerie Weißes Haus. Zu sehen sind Bühnenbilder, Marionetten und auch Plakate.

Wuppertal. Zwischen ihr und die Kunst hat sich immer wieder das Leben gedrängt. Seit Kindheitstagen mit einer großen Vorliebe für die Malerei gesegnet, ließ sich Sybille Spelsberg weder von den strengen Worten ihres Vaters ("Lern erst mal etwas Ordentliches!") noch von der Geburt ihrer ersten Tochter von ihrer Liebe zur Kunst abbringen. Das Kunststudium zwar abgebrochen, begann sie mit 27 Jahren, für eine Marionettenbühne zu arbeiten.

Dort fertigte sie Bühnenbilder, Marionetten und auch Plakate an. "Als meine Tochter 1994 das Abitur machte, nahm ich den Faden wieder auf und studierte am Bochumer IBKK (Institut für Ausbildung in bildender Kunst und Kunsttherapie) Grafik und Malerei", erzählt die Künstlerin.

Nach ihrem Diplom 1998 besuchte die heute 56-Jährige die Meisterklasse von Professor Qi Yang und arbeitete in dessen Atelier in Leverkusen, bis sie 1999 nach Wuppertal kam. Hier schloss sie sich den Künstlerverbänden VFDK (Verband freier deutscher Künstler), Gedok (Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer) und bbk Bergisch Land (Bundesverband bildender Künstler) an und fand ein eigenes Atelier in der Bremme-Brauerei.

"Bevorzugt arbeite ich mit lebendigen Materialien, die bereits das Produkt einer bereits von der Natur initiierten Entwicklung sind", sagt die dreifache Mutter. Der Rost entsteht aus Eisen, Eierschale ist organisch gewachsen, Wachs und Seide sind gar von Tieren hergestellt. In Schichten werden diese aufgetragen und hinterlassen so die Strukturen.

"Die Materialien sind Zeugnis der Vergänglichkeit und der Metamorphosen", beschreibt Sybille Spelsberg ihren Ansatz. "Aber mit den Mitteln der Kunst wird dies transportiert." Kunst und Leben - für Spelsberg sind dies noch immer die wichtigsten Koordinaten.