Lunchkonzert nicht nur für Klassik-Freunde

Lunchkonzert nicht nur für Klassik-Freunde

Die Sparkasse präsentierte in ihrem Foyer vier Cellistinnen. Die Zukunft der Reihe ist offen.

Wuppertal. Leise klackert im Hintergrund die Geldzählmaschine zu den Cello-Tönen. Die Sparkasse hat wieder zum Lunchkonzert ins Sparkassen-Foyer eingeladen: Erst gibt es Häppchen und Sekt oder Orangensaft, dann ein Cello-Quartett. „Ich finde es gut, dass man damit auch mal andere Leute anlockt“, sagt Besucher Heinz Baukloh, der schon mehrfach zu den Lunchkonzerten gekommen ist. „Vor allem wegen der Musik“, betont er, weniger wegen der Häppchen.

Anders als im vergangenen Jahr, als bis zu 500 Gäste herbeiströmten, bleiben diesmal allerdings viele Sitze leer. Ob die Reihe fortgeführt wird, ist derzeit noch unklar. Es sind vor allem ältere Leute, die sich hier mit Freunden treffen und die Musik genießen. Die unsichtbare Schwelle zwischen typischen Klassik-Besuchern und den Menschen von der Straße bleibt trotz des offenen Orts erhalten: Die Sparkassen-Kunden verweilen nach dem Geld-Abheben höchstens ein oder zwei Minuten, um dem Konzert zu lauschen — dann laufen sie weiter. Ob sie das Ganze für eine geschlossene Veranstaltung halten? Nur ein kleiner Junge im Kinderwagen betrachtet die Musikerinnen minutenlang mit großen Augen.

Die vier Cellistinnen Christine Altmann, Vera Milicevic, Karin Nijssen-Neumeister und Jin Joo Jhon wiederholen Teile ihres Kammerkonzerts vom Montag. Sie präsentieren eine bunte Mischung aus Originalkompositionen — meist von Cellisten geschrieben — und Bearbeitungen. So ist Isaac Albéniz’ Gitarrenstück „Asturias“ hier mit ganz neuem Klang zu hören. Dabei haben die Damen sehr präzise gearbeitet, um zu viert die Exaktheit eines einzigen Gitarristen zu erreichen. Zum Abschluss spielen sie gut gelaunt Schlager aus den 30er Jahren wie „Nur nicht aus Liebe weinen“ oder „Kann denn Liebe Sünde sein?“.

„Lieber Udo, wieviel Zeit haben wir noch, sollen wir noch ein oder zwei Lieder spielen?“, fragt am Ende Christine Altmann den Flötisten, der für den erkrankten Hartmut Müller die Anmoderation übernommen hat. Und sofort insistiert das Publikum: „Zwei“, „Nein, drei!“

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