Loriot lässt grüßen: Premiere im TiC-Theater

Loriot lässt grüßen: Premiere im TiC-Theater

Bühnen-Chef Ralf Budde plant ein „Best of Loriot“ — und damit ein Wiedersehen mit den Herren im Bad und der Jodelschule.

Herr Budde, zwei Monate nach dem Tod von Vicco von Bülow arbeiten Sie an einem neuen Loriot-Programm. Wie wird der Rückblick aussehen?

Ralf Budde: Loriot-Aufführungen haben im TiC-Theater eine lange Tradition. Über viele Jahre liefen immer neue Zusammenstellungen seiner „Dramatischen Werke“ mit wirklich außergewöhnlichem Erfolg. Nun möchten wir seine schönsten Sketche als Hommage noch einmal zur Aufführung bringen.

Das heißt?

Budde: Der Zuschauer darf sich auf ein Wiedersehen mit vielen unvergessenen Figuren und Szenen freuen — wie zum Beispiel mit den Herren im Bad und der Fernsehansagerin, die mit der Inhaltsangabe eines englischen Fernsehkrimis kämpft. Außerdem gibt es den Streit um einen Kosakenzipfel, die Jodelschule und natürlich auch den Lottogewinner Erwin Lindemann, der ja schließlich in Wuppertal eine Herrenboutique eröffnen möchte. Das Publikum erwartet also ein kleines Feuerwerk des Loriot’schen Humors — heitere Selbsterkenntnis und befreites Lachen inklusive.

Was zeichnete den Humor von Vicco von Bülow aus?

Budde: Es ist immer wieder aufs Neue verblüffend, wie exakt er seine Mitmenschen beobachten und dies in seinen Sketchen auf den Punkt bringen konnte. Ob das tägliche Leben in der Partnerschaft, Politik, Technik, Verkehr oder natürlich das Fernsehen selbst: Seine Szenen sind punktgenau dem Leben abgelauscht und legen die oft selbst eingefädelten Fallstricke der Sprache und des Aneinander-Vorbei-Redens gnadenlos offen. Dies dann zu Pointen zu verarbeiten, war sein großes Talent. Wir alle finden uns selbst in seinen Szenen wieder und nicht selten hört man ja auch Sätze wie „Das war doch jetzt wie bei Loriot“ — der beste Beweis für die Aktualität seines Humors.

Was ist Ihr Lieblings-Sketch?

Budde: Es überrascht mich immer wieder, wie genau Loriot insbesondere unser Alltagsleben und dessen Tücken unter die Lupe genommen hat. Es gibt für nahezu alle Lebenslagen eine passende Stelle und so ist eigentlich immer der Sketch mein Liebling, den man gerade sozusagen selbst erlebt. Anders gesagt: Man sollte nicht vergessen, auch sich selbst immer ein bisschen mit Humor zu nehmen.