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Lanza singt Verdi: Große Oper in der Historischen Stadthalle

Lanza singt Verdi: Große Oper in der Historischen Stadthalle

Die Verdi-Nacht begeistert das Publikum. Der Star des Abends weiß nicht ganz zu überzeugen.

Wuppertal. Italienische Arien am Johannisberg — „Die große Giuseppe Verdi-Nacht“ lockte zahlreiche Fans der Oper in die Stadthalle. Auf dem Programm standen Arien, Duette und Chöre unter anderem aus „La Traviata“, „Nabucco“, „Il Trovatore“, „Aida“ und „Rigoletto“. Mit der beliebten Tenor-Arie aus der Oper „Der Liebestrank“ war auch Gaetano Donizetti als Gast-Komponist in dem Verdi-Reigen vertreten.

Das Orchester des Abends bildeten Mitglieder der Warschauer Sinfoniker unter der Leitung von Artur Wrobel. Als Solist wurde vor allem der Tenor Cristian Lanza prominent angekündigt. Denn schon der Name verweist auf seinen Großvater Mario Lanza. Der US-amerikanische Tenor galt wegen seiner Hollywood-Filme in den 1950ern als einer der bekanntesten Opernsänger weltweit.

Zum Auftakt spielt das Orchester die Ouvertüre von „Nabucco“. Das Vorspiel erklingt in der kleinen Besetzung noch etwas holprig. Im Laufe des Abends lässt das Orchester aber gehaltvollen, spannungsreichen Verdi-Klang hören. Für optische Anklänge an einen großen Opernabend sorgt ein stimmungsvolles Hintergrundbild der nächtlich beleuchteten Arena von Verona.

Den ersten Soloauftritt des Abends gestaltet Bariton Giulio Boschetti. Er singt die Arie „Dio di Giuda“ aus „Nabucco“ mit kräftiger Stimme und warmem, dunklem Timbre. Weiter geht es mit einem Chorstück aus „Il Trovatore“. Mit temperamentvoll frischen und stimmigen Auftritten erfreut der kleine Chor. Natürlich lässt er auch „Va pensiero“, den berühmten Gefangenenchor aus „Nabucco“, hören. Ein freudiges Raunen geht da durch den Saal, manch einer summt leise mit.

Cristian Lanza singt die „Liebestrank“-Arie mit schönem, kernigem Klang und weiß das Publikum damit zu begeistern. An rhythmischer Genauigkeit fehlt es hingegen etwas. Bei der besonders anspruchsvollen Arie „Celeste Aida“ überzeugt seine Stimmführung nicht. Besser liegt ihm da wieder die schmissige Arie „La donna e mobile“ aus „Rigoletto“. Sopranistin Silvia Rampazzo steht dem Bariton als verlässliche Duettpartnerin beiseite und gestaltet auch stimmsicher zwei Soli. Die Spitzentöne erklingen jedoch sehr verengt. Aufhorchen lässt Sopranistin Malgorzata Wrzesien. Ein schwungvolles Finale gestalten alle Sänger mit einem Ausschnitt aus „La Traviata“. Das begeisterte Publikum erklatscht sich einige Zugaben.