Lampenfieber trotz cooler Fassade

Lampenfieber trotz cooler Fassade

Die Show kann beginnen: Sabrina Weckerlin, Musical-Sängerin und Wahl-Wuppertalerin, ist ab Samstag auf Tour.

Frau Weckerlin, Sie sind gebürtige Schwarzwälderin, aber schon seit geraumer Zeit im Bergischen Land zu Hause. Fühlen Sie sich schon wie eine „richtige“ Wuppertalerin?

Sabrina Weckerlin: Ich werde immer eine „echte Schwarzwälderin“ sein, denn meine Wurzeln sind und bleiben dort. Aber in Wuppertal habe ich viel Zeit verbracht und tolle Leute kennengelernt.

Was gefällt Ihnen an Wuppertal?

Weckerlin: Definitiv die Menschen! Ich habe hier viele tolle Freunde gefunden.

Am kommenden Samstag feiern Sie in Hamburg mit „Best of Musical“ Premiere. Kritiker sagen, die Show reihe nur ein „Häppchen“ an das andere, gehe aber nicht in die Tiefe. Was macht für Sie den Reiz des Programms aus?

Weckerlin: Ich finde, dass es eine Sache der Einstellung ist, wie man an die Show heran geht. Ein „Best of“ kann nie so in die Tiefe gehen wie ein monothematisches Musical — will und soll es ja aber auch gar nicht. Der Besuch der größten Musical-Gala Europas ist ein anderes Erlebnis als der Besuch in einem Musicalt-Theater: Es sind große Hallen, wir Darsteller zeigen ein „Best of“ und haben die Möglichkeit, in viele verschiedene Rollen zu schlüpfen. Begleitet werden wir von einem großen Live-Orchester und einem tollen Tanzensemble. Das Gesamtergebnis ist sicherlich ein anderes als bei einer Ensuite-Produktion, aber es ist ein einmaliges Erlebnis, das Spaß macht.

Sie haben sehr früh Karriere auf der Musical-Bühne gemacht. Spüren Sie heute einen großen Erfolgsdruck — oder sind Sie vor Lampenfieber gefeit?

Weckerlin: Ich habe fast immer Lampenfieber. Aber man merkt es mir auf der Bühne nie an. Ich wirke äußerlich sehr cool und gefasst, aber innerlich sieht es immer ganz anders aus.

Wer es im Musical-Geschäft einmal in die Hauptrollen-Riege geschafft hat, hat gute Karten, langfristig an der Spitze zu bleiben — so scheint es jedenfalls. Andererseits ist die Zahl der Hauptrollen im deutschsprachigen Raum begrenzt. Wie nehmen Sie die Konkurrenzsituation wahr?

Weckerlin: Die Konkurrenz ist sehr groß, weil es viele gute Leute gibt. Ich versuche allerdings, mich davon nicht unter Druck setzen zu lassen. Ich gucke, was da als nächstes kommt, und schaue dann, ob mich das beruflich glücklich macht. Ich habe eine innere Zuversicht, dass es immer wieder tolle Jobs für mich gibt, und das hat bisher noch immer hingehauen.

Welche Projekte stehen nach „Best of Musical“ an?

Weckerlin: Ich werde wieder in dem Musical „Die Päpstin“ in Fulda auf der Bühne stehen und bei „Marie Antoinette“ in Tecklenburg zu sehen sein.

Von welcher Rolle träumen Sie noch?

Weckerlin: Für mich gibt es nicht die eine „Traumrolle“, die ich schon immer einmal spielen wollte. Ich schaue, was kommt, und lasse es auf mich zukommen. Das ist für mich ein sehr gutes Rezept und hat sich bisher immer ausgezahlt.

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