Laienorchester und ein Profi präsentieren sich in Bestform

Laienorchester und ein Profi präsentieren sich in Bestform

Die mit viel Herzblut aufspielenden Musiker des Instrumentalvereins Wuppertal ernteten in der Historischen Stadthalle einen donnernden Applaus.

Wuppertal. Nicht nur Kinder und Lehrer der Grundschule Opphofer Straße lauschten im gut besetzten Stadthallen-Saal dem Konzert des Instrumentalvereins. Bei Beethovens „Egmont“-Ouvertüre saßen gleich neun Kinder und Jugendliche zusammen mit den engagierten Laienmusikern in den Instrumentengruppen. Ihr Leiter, Christof Hilger, betreibt die intensive Nachwuchsförderung erfolgreich. „Da würde ich immer wieder gerne mitmachen“, wird die 14-jährige Dorothea Baumann nach dem Konzert sagen, die mit ihrem Cello Unterricht an der Bergischen Musikschule hat.

Das Orchester präsentierte sich in bester Form: Sehr ansprechend gelang die dynamische Gestaltung, sehr präsent und mit schönem Ton agierten die Musiker in ihren Solorollen, vom Dirigenten mit sicheren Gesten ermutigt.

In Johann Nepomuk Hummels Konzert für Trompete und Orchester E-Dur war der 1. Solo-Trompeter des Wuppertaler Sinfonieorchesters, Cyrill Sandoz, der Solist. Auf die Frage, wie oft er in seinem Leben das bekannte Werk schon gespielt habe, meinte Sandoz nach seinem Vortrag: „Ganz ehrlich: Das erste Mal in E-Dur. Denn sonst wird es immer in Es-Dur gespielt, aber E ist die Originaltonart, in der es geschrieben ist.“

Sandoz spielte das Werk, das auch gerne in Wettbewerben und bei Bewerbungen im Orchester-Vorspiel gewählt wird, mit blitzsauberem, strahlendem Ton. Gediegen beherrschte er die Trillertechnik, wechselte mühelos bei vertrackten Tonsprüngen die Register und konnte sein Instrument ebenso weich und gesanglich klingen lassen.

Bei solch einem starken Solisten hätte das Orchester, das sich sehr zurücknahm, durchaus ein wenig forscher auftreten dürfen. Das konnte und praktizierte es bei César Francks herrlicher d-Moll-Symphonie, in der es feinfühlig der subtilen und doch effektvollen Tonsprache nachspürte. Auch hier überzeugte wieder eine anschauliche Laut-Leise-Gestaltung, wenngleich es mitunter schwerfiel, die Spannung im Piano gleich intensiv wie in den im Klangrausch schwelgenden Forte- oder Fortissimo-Passagen beizubehalten. Tief berührte die schwermütige Melodie des Englischhorns im Mittelsatz, und die aus den vorangegangenen Sätzen aufgegriffenen Themen des finalen „Allegro non troppo“ nisteten sich wie Ohrwürmer ein.

Donnernden Applaus gab es für das mit viel Herzblut aufspielende Laien-Orchester.