Ladies Night: Männer machen Frauen glücklich

Ladies Night: Männer machen Frauen glücklich

Premiere: Vor allem die Damenwelt darf sich freuen - Ingeborg Wolff führt im TiC-Theater Regie.

Wuppertal. Ein Waschbrettbauch sieht anders aus. Betrübt guckt Barry (Tobias Unverzagt) auf seinen durchaus ansehnlichen Bierbauch. Doch der Schwung, mit dem er zu den rockigen Rhythmen aus dem alten Kassettenrekorder sein Hemd wegschmeißt, macht einiges wett.

Im TiC-Theater an der Borner Straße gibt es "Ladies Night", eine Bühnenbearbeitung des Filmklassikers "Ganz oder gar nicht". Ganz und gar gehen auch die erfahrenen Ensemblemitglieder in ihren Rollen auf: Iljas Enkaschew als Dave, der nebenher immer irgendwelche Geschäfte dreht, die aber meist schief gehen.

Er braucht dringend Geld für seine Miete und den Unterhalt für seinen Sohn und kommt deshalb auf die Idee, die Strip-Nummer der Chippendales zu kopieren. Sein gutmütiger Kumpel Barry, der immer einen schlechten Witz auf Lager hat, ist für alle Schandtaten zu haben.

Ingeborg Wolff führt zum zweiten Mal im TiC-Theater Regie und kitzelt jede Menge Details in Bewegung und Stimme aus ihren Schauspielern heraus, die sie vollends zu einfachen, naiven Arbeitern machen.

Bei aller Tragik unglaublich komisch wirkt auch die Szene, in der Norman sich aufhängen will: Mit verklemmt zusammengekniffenen Knien und hängenden Schultern steht Oliver Brick da, nestelt an der runden Brille und klettert ungelenkt mit dem Seil um den Hals auf einen Stuhl.

André Klem hingegen versucht als Vorarbeiter Grahame, distinguiert zu wirken. Er weist das Ansinnen, bei der Strip-Truppe mitzuwirken, erst weit von sich und lässt sich erst nach und nach darauf ein. Jean-Philippe Ili verkörpert perfekt den homosexuellen Gavin und Fabrizio Costa legt einen tollen Breakdance aufs Parkett (Choreografie: Sinead Kennedy).

Iljas Enkaschew hat ein einfaches, aber raffiniertes Bühnenbild gebaut, das sich schnell mit wenigen Handgriffen zwischen Wohnung, Arbeitsamt und Straße umbauen lässt. Am Ende wackeln die sechs dann in ihren roten Tangas tatsächlich (fast) einheitlich mit den Hintern und schwingen die Hüften, angefeuert von der Spitzenunterwäsche, die aus dem Publikum auf die Bühne fliegt. Ein perfekter Abend für Freundinnen, die ihren Spaß haben wollen.

Regie: Fünf von fünf WZ-Punkten

Bühne: Vier von fünf WZ-Punkten

Regie: Fünf von fünf WZ-Punkten