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Kunstkomplex wird zehn Jahre alt und verschiebt Geburtstagsparty

Kunstkomplex verschiebt Geburtstagsparty : Auch das Elfjährige lässt sich wunderbar feiern

Kunstkomplex wird zehn Jahre alt und verschiebt wegen der Corona-Krise die Geburtstagsparty um ein Jahr.

Natürlich erinnert sich Nicole Bardohl noch ganz genau an den 26. November 2010. „Das war das totale Chaos. Mittags war die Ausstellung noch nicht aufgebaut, weil wir so viel renovieren mussten.“ Und doch war auch der letzte Farbeimer verschwunden, als am Abend der erste Gast zur ersten Vernissage kam. Die Ausstellung mit Bildern des Franzosen Steven Hautemanière eröffnete zugleich die neue Galerie im Gebäudekomplex Hofaue/Wesendonkstraße. Auch zehn Jahre später läuft nicht alles nach Plan. Die Coronakrise verschiebt die Geburtstagsfeier ins nächste Jahr. „Wir feiern eben das Elfjährige, eine Schnappszahl! Zehn Jahre kann jeder feiern“, gibt sich die Kunstkomplex-Galeristin optimistisch.

Der leerstehende, heruntergekommene Raum im Erdgeschoss des denkmalgeschützten Gebäudes war zuletzt als Lokal genutzt worden. Als Nicole Bardohl ihn 2010 entdeckte, musste sie erstmal umfangreiche Renovierungsarbeiten leisten. Unterstützt von ihrer Familie richtete sie zirka 120 Quadratmeter Ausstellungsfläche in einem Haupt- und einem Nebenraum mit ihren knapp drei Meter hohen Wänden und alten Fenstern her. Ein wuchtiges Thekenrund überlebte, wurde schwarz gestrichen. Es lädt heute zum Verweilen und zu Gesprächen über Kunst ein. Die freilich im Lockdown weitgehend ausbleiben müssen. Wenn auch die Galerie wenigstens geöffnet bleiben darf.

So dass die Kunst zugänglich bleibt – freilich unter Wahrung der Hygieneschutzmaßnahmen. Am 26. November beginnt im vorderen Hauptraum der Galerie die Geburtstagsausstellung mit Werken der Galerie-Künstler: Henri van Noordenburg, Anna Berndtson, Simon Somma, Steven Hautemanière, Maureen Bachaus, Amanda Coogan, Marine Sharp, Andreas Dix, Kim Demuth und Acher.

Aktion bietet preiswerte
Kunst für junge Sammler

Im Hinterzimmer zeigen mit Ágnes Lörincz, Christian von Grumbkow, Ulrike Möltgen, Uwe Becker und Eugen Egner einige Weggefährten ihre Werke. Weitere Freunde aus der Kulturszene, die jetzt nicht zum Zuge kommen können, sind dann beim elften Geburtstag dabei.

Der zehnte Geburtstag wird außerdem zum Geburtstagswochenende verlängert (Donnerstag und Freitag, 15 bis 22 Uhr, Sonntag, 12 bis 20 Uhr) samt zehnprozentigem Rabatt auf Werke von Künstlern und Weggefährten des Kunstkomplexes. Es gibt ein Jubiläumsplakat, das auch auf einem Mund-Nasen-Schutz abgebildet ist. Und Bardohl startet die Aktion „very young collectors“ mit ihrer ebenfalls zehnjährigen Nichte, die als neun Tage altes Baby 2010 die jüngste Besucherin war, seither fast jede Vernissage miterlebte. Mia-Sophie sucht nun bei jeder Ausstellung Werke aus, die in einer bestimmten Auflage gedruckt oder gegossen und zu einem niedrigen Preis an Kinder und Jugendliche (vier bis 19 Jahre) verkauft werden. Bardohl: „Mit vier Jahren kriegte Mia-Sophie ihr erstes Kunstwerk. Sie hat seitdem weitere vom Taschengeld gekauft.“

Der Blick zurück fällt auf die Kunst sammelnde Nichte, „viele schöne Dinge“ und einige „Meilensteine“: die Messeteilnahmen (die erste große in Los Angeles 2013, dann ab 2015 KIAF Seoul, Miami Art Week und die jährlichen Teilnahmen an der Scope Basel) sowie die Galerieeröffnungen in Berlin (2017) und Basel (2019). Absoluter Tiefpunkt war 2018 der Starkregen, der das Kunstlager schädigte.

Der Blick nach vorn ist wegen der Corona-Krise schwierig. Am 5. Dezember signieren Ulrike Möltgen und Uwe Becker Arbeiten in der Galerie, 2021 wird das Projekt Hinterzimmer reaktiviert. Bis 31. Januar können sich Studierende aus Stadt oder Region bewerben. Sechs Gewinner erhalten eine Einzelausstellung, die jeweils einen Monat dauern soll. Und am 26. November 2021 soll dann die Feier zum Elfjährigen folgen.