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Kultur in Wuppertal: Jonas Hohnke zeigt Objekte des Scheiterns

Ausstellung bei Grölle bis 23. Mai : Jonas Hohnke zeigt Objekte des Scheiterns

Der Wuppertaler Künstler präsentiert in der Galerie Grölle seit dem 11. April eine Zusammenstellung ungewöhnlicher und überraschender Objekte.

Eine Wasserwaage in einem schiefen Holzrahmen, eine Farbrolle, die die Farbe von der Wand nimmt, anstatt sie zu färben oder ein Verkaufsständer auf Rollen, der auf dem Kopf steht: Jonas Hohnke zeigt auf charmante Weise Dinge, die so nicht richtig funktionieren. In Raum 2 der Galerie Grölle Passprojects präsentiert der Wuppertaler Künstler seit 11. April bis 23. Mai eine Zusammenstellung ungewöhnlicher und überraschender Objekte.

Ausstellungseröffnung war am vergangenen Samstag, mit Maske und aktuellem negativem Corona-Test. Eigentlich sollte sie erst um 19 Uhr stattfinden, doch aufgrund der Coronalage, wollte man den Besucherfluss entzerren und startete bereits um 16 Uhr. Und bis zuletzt war der Künstler noch mit den Vorbereitungen beschäftigt. Da saß der Bilderrahmen noch schief und die Elektrik machte Probleme: Dinge, die nicht funktionieren. „So was passiert immer“, sagt Jonas Hohnke, „erfahrungsgemäß klappt es dann zum Schluss doch.“ Und so war es.

Stipendien führten ihn nach
Paris, New York und Wien

Jonas Hohnke, Jahrgang 1983, studierte an der Kunstakademie Münster bei Cornelius Völker und war Meisterschüler bei Guillaume Bijl und Ayse Erkmen. Stipendien und Arbeitsaufenthalte führten ihn auch nach Paris, New York, Salzburg und Wien. Er lebt und arbeitet in Wuppertal und das gerne. „Hier habe ich meine Strukturen und Wuppertal hat kulturell spezielle Standorte zu bieten. Mich zieht es nicht weg.“

In seinen Objekten verarbeitet er zumeist Alltagsgegenstände. Dabei nutzt er verschiedensten Medien wie Video, Readymade, Papierarbeiten oder Bronzen. Seine Ideen schöpft er aus Dingen und Tätigkeiten, die ihm in seinem Leben begegnen. In der aktuellen Präsentation hat er alte Arbeiten umgeformt und konzeptionell neu angeordnet. Die Objekte stehen dabei jeweils einzeln für sich und beziehen sich doch aufeinander.

Dabei zieht sich das Thema des Bilderrahmens durch den Raum. Der klassische Präsentationsgegenstand wird hier in ungewohnter Form verwendet, mal schief, mal um die Ecke, mal bewegbar und mit der Umgebung in Symbiose tretend. Alle Objekte sind ihrer gewohnten Funktion enthoben und beinhalten auch die Idee des Scheiterns in sich. Hohn fragt danach, „was aus diesem Scheitern entsteht“. Auch in seiner eigenen experimentellen Arbeit: „Manchmal denkt man, das ist nichts geworden, aber dann hat man es wenigstens ausprobiert.“

Weitere Projekte in
Bonn und Düsseldorf

Dass die Pandemie die Ausstellungssituation erschwert, findet Hohnke nicht so schlimm: „Am Ende mache ich das alles für mich, damit ich zufrieden bin mit dem, was ich tue.“ Weitere Projekte sind für Mai in Bonn und Juni im NRW Forum in Düsseldorf geplant.

Die Ausstellung kann bis zum 23. Mai besucht werden. Die Galerie an der Friedrich-Ebert-Straße 143e richtet sich nach der aktuellen Corona-Verordnung des Landes NRW. Voranmeldungen und aktuelle Informationen unter Telefon 0173/2611115