1. NRW
  2. Wuppertal
  3. Kultur

Rainers Jazzcorner: Kultur für jeden Geschmack

Rainers Jazzcorner : Kultur für jeden Geschmack

Nicht nur Jazz-Fans kommen am Wochenende auf ihre Kosten.

Das kommende Wochenende steht ganz im Zeichen des ersten großen Trassenkulturfestivals. Dort tritt, wie schon mehrfach in der WZ berichtet, erstmal konzentriert an einem Tag, die creme-dela-creme der Wuppertaler Kulturszene auf. In dieser Kolumne werde ich vor allem die Auftritte in den drei Quartieren Wichlinghausen, Mirke und Vohwinkel vorstellen, bei denen Jazz und jazzverwandtes zu hören ist. Und ganz am Ende gibt es auch noch einen Sondertermin für den Jazzclub im Loch für Montagabend.

Am Samstag kann, wer will schon ab 12 Uhr mit dem Rad in Vohwinkel in den Kulturtrassentag starten. Dort beginnt die von der Musikerin Gunda Gottschalk konzipierte rollende Soundperformance „Rollbeats“. Mit der DJ-Rischka werden zu einer etwa zweistündigen Klangreise bis Wichlinghausen trassentaugliche Beats erzeugt.

Um 22 Uhr startet dann die illuminierte „Rollbeats“ Variante mit Lichteffekten von Wichlinghausen zurück nach Vohwinkel. Die Qual der Wahl haben Jazzinteressierte um 17 Uhr wenn gleich drei spannende Konzerte in allen drei Quartieren beginnen. Im Bürgerbahnhof Vohwinkel, Bahnstraße 16, spielt die Bigband der Bergischen Musikschule „Jazzpension“ unter Leitung von Martin Zobel. Auf der großen Open-Air-Bühne Utopiastadt, Mirker Straße 48, tritt das kleinste Vokalorchester der Welt, das Trio Add One, mit viel Groove, Soul, Herzblut, Humor und Energie auf. „Musik für die Götter“ hat Charles Petersohn sein Projekt betitelt, das er mit dem Ensemble HimmelWasserErde mit Harro Eller, Ulrike Nahmmacher, Salome Amend, David Geer, Anousheh, Marvin Dillmann und Iris Panknin in der Immanuelskirche in der Sternstraße / Ecke von Einern Straße in Oberbarmen um 17 Uhr erstmals aufführt.

Das Wuppertaler Improvisations Orchester WIO spielt um 18 Uhr in der Thomaskirche, Opphofer Straße 60. Zum ersten Mal, wird das 2007 gemeinsam mit Peter Kowald gegründete Orchester zusammen mit dem Sicilian Improvisers Orchestra auftreten. Um 19 Uhr kann danach, wer schnell radelt, im Bürgerbahnhof Vohwinkel, Bahnstraße 16 das Ort Workshop Ensemble um Wolfgang Schmidtke mit der Sängerin Pia Allgaier hören und muss dann schnell wieder zurück ins Mirker Viertel fahren wo um 20 Uhr das Peter Brötzmann Trio mit der Pedal-Steel-Gitarristin Heather Leigh und dem japanischen Trompeter Toshinori Kondo seinen kraftvollen, freien Jazz in der Hermann-von-Helmholtz-Realschule, Helmholtzstraße 40, darbietet. Direkt danach spielt um 21 Uhr schräg gegenüber auf der Open-Air-Bühne Utopiastadt die große Besetzung der derzeit international erfolgreichsten Band aus dem Bergischen: Das Club des Belugas Orchestra. Die zehnköpfige Band wird dort in der großen Besetzung mit den beiden Sängerinnen Anna-Luca und Brenda Boykin einen Songmix aus fünfzehn Jahren Bandgeschichte präsentieren. Alternativ können Jazzinteressierte den Abend mit dem 2016 mit dem deutschen Weltmusikpreis ausgezeichneten Royal Street Orchestra in der Immanuelskirche in der Sternstraße / Ecke von Einern Straße in Oberbarmen ausklingen lassen, das dort ebenfalls um 21 Uhr erstmals zusammen mit Werner Dickels Kammerphilharmonie auftritt.

Nachdem sich alle Musikfans am Sonntag erholt haben, gibt es erstmals an einem Montagabend eine Liveband im Jazzclub im LOCH, Ecke Ekkehardstraße/ Plateniusstraße, zu hören. Dort spielt um 21 Uhr das Kölner Quartett C.A.R. um den Saxophonisten Leonhard Huhn, eine Musikmelange aus Jazz und Elektronik, Improvisation und Experiment, Science-Fiction und Film Noir, Krautrock und Cyberpunk. Bis nächste Woche wünscht anregende, spannende und unterhaltsame Musikabende, Ihr und Euer Rainer Widmann