1. NRW
  2. Wuppertal
  3. Kultur

Kultur in Wuppertal: Kultur bringt Bewegung in die Stadt

Kultur in Wuppertal : Kultur bringt Bewegung in die Stadt

Die Kulturtrasse ist ein riesiges Festival. Wie es funktioniert, erklären Dezernent Matthias Nocke und Monika Heigermoser vom Kulturbüro.

Wuppertal. Frau Heigermoser, Herr Nocke, wie viele Besucher erwarten Sie am Samstag zur Kulturtrasse auf der Nordbahntrasse? Und was passiert, wenn das Wetter nicht mitspielt?

Heigermoser: Natürlich wünschen wir uns das passende Wetter für die Open-Air-Veranstaltungen, aber das ist nicht der entscheidende Punkt. 85 bis 90 Prozent aller Veranstaltungen finden in festen Einrichtungen statt. Unterschlupf findet man auch bei der Lichtkunst und den Klangwelten in den Tunneln Fatloh, Rott, Engelnberg und im Tanztunnel sowie unter der Autobahn in der Varresbeck beim Filmfestival „Tal der Toten“. 3000 bis 4000 Festivalbesucher sollten es sein. Es sind schon mehr als 600 Festivalkarten verkauft worden, der Vorverkauf zieht jetzt mächtig an.

Nocke: Ich wünsche mir, dass es mindestens 5000 Besucher werden. Schließlich bieten wir mit der Kulturtrasse an einem Tag fast alles auf, was die freie und öffentlich geförderte Kulturszene Wuppertals zu bieten haben. Das ist ein Werbeeffekt für die ganze Stadt, das ist Werbung für die Trasse und Werbung für die Kulturszene.

Herr Nocke, Sie haben 225 000 Euro an Sponsorengeldern eingeworben. Wofür wird das Geld ausgegeben?

Nocke: Der größte Teil geht an die freien Künstler, die mit festgelegter Gage auftreten.

Heigermoser: Die Kulturtrasse hat für die freie Szene einen gewaltigen Fördereffekt. Wer die Kunstszene in der Stadt unterstützen will, der sollte eine Festivalkarte kaufen — und einen einzigartigen Tag genießen.

Nicht an allen 85 Standorten wird Eintritt verlangt. Wie kann das funktionieren?

Heigermoser: Bei allen Open-Air-Veranstaltungen — dazu zählt die erste öffentliche Probe des Tanztheaters zum Stück „Der Fensterputzer“ ab 18 Uhr auf einer Wiese an der Skater-Halle Wicked Woods — ist der Eintritt frei. Lediglich bei der Gala der Wuppertaler Bühnen an der Utopiastadt am Mirker Bahnhof bleiben die 200 Stühle vor der großen Bühne den Besitzern von Festivalkarten vorbehalten. Der Kauf einer Festivalkarte lohnt sich allein schon, weil sie nicht nur während der Kulturtrasse gilt, sondern auch zur An- und Abreise mit Bussen und Bahnen sowie zur Fahrt in speziellen Shuttle-Bussen berechtigt, die die Hauptorte verbinden. Aus dem Programmheft kann dazu eine App der WSW heruntergeladen werden.

Es werden 85 Veranstaltungen rund um drei Hauptstandorte angeboten. Besteht da nicht die Gefahr für den Besucher, in diesem Angebot unterzugehen?

Heigermoser: Es gibt viele Möglichkeiten, die Kulturtrasse zu erleben. Man kann sich auf die Angebote in Vohwinkel, in der Mirke oder in Wichlinghausen konzentrieren oder mit dem Rad oder zu Fuß auf der Trasse unterwegs sein, um so viele Punkte wie möglich anzusteuern. Die meisten Aktionen, Konzerte oder Vorführungen beginnen jeweils zur vollen Stunde. Es kann sinnvoll sein, sich vorab einen Plan zu machen, oder sich einen der Höhepunkte herauszupicken.

Was ist die größte Herausforderung der Kulturtrasse für Sie?

Nocke: Die Kulturtrasse ist eines der Projekte aus „Wuppertal 2025“. Es gibt den Ratsauftrag an die gesamte Verwaltung, die Kulturtrasse in Szene zu setzen. Diese riesige organisatorische Aufgabe stemmt das Kulturbüro nun fast ganz alleine. Da ist noch Luft nach oben, besonders wenn die Frage aufkommt, ob es in den kommenden Jahren eine Neuauflage geben kann und in welchem zeitlichen Abstand sie möglich wäre.

Heigermoser: Die Herausforderungen liegen eindeutig bei den organisatorischen Aufgaben. Bei den Künstlern haben wir eine ganz große Zustimmung erfahren und teilweise eine große Leidenschaft für dieses Projekt. Konkurrenzdenken ist kein Thema, vielmehr besteht der Wunsch zusammenzuarbeiten. So gibt das TiC aus Cronenberg ein Gastspiel im Taltontheater, dessen Ensemble am gleichen Ort ebenfalls auftreten wird.

Nocke: Man spürt, dass sich die Wuppertaler Künstler intensiv mit der Stadt auseinander setzen.

Die Wuppertaler Bühnen sind mit Schauspiel, Orchester, Oper und Tanztheater auf der Großen Bühne am Mirker Bahnhof und am Wicked Woods vertreten. Wie haben Sie das geschafft?

Nocke: Die Bühnen sind dort, wo die Menschen sind.

Heigermoser: Es ist ein großartiges Kompliment für unser Projekt, dass sich die Bühnen für uns entschieden haben und das Theaterfest ab 14 Uhr an der Utopiastadt am Mirker Bahnhof stattfindet. “ S. 19