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Künstler bewegen sich auf schwankendem Parkett

Künstler bewegen sich auf schwankendem Parkett

Ein Sextett zeigt seine Arbeiten bis zum 12. Mai in der Galerie Janzen.

Wuppertal. Im menschlichen Leben geht es mitunter stürmisch und ruppig zu. Da fühlt man sich wie "auf schwankendem Parkett". So lautet auch der Titel einer Gruppenausstellung mit sechs Künstlern, die Martina Janzen bis zum 12. Mai in ihrer Galerie im Kolkmannhaus präsentiert.

Mit kleinen farbigen Bildern in Mischtechnik auf Papier gibt Alexandra Huber ironisch "Klare Anweisungen zum Dasein". Die Arbeiten sind gewitzt, kindlich frisch und ausdrucksstark. "Immer die Politik verkraften" - so lautet ein Kommentar zu einer Figur mit wirrem Kopf. Uwe Loebens stellt ebenfalls Papierarbeiten aus und zeigt düstere Szenen einsamer Menschen. Andere Gesichter erscheinen ihnen, doch sind diese kräftig durchgestrichen. Mit einer weiteren Reihe von Bildern gibt Loebens freche bis grantige Kommentare zu den menschlichen Verhaltensweisen.

Von dem im vergangenen Jahr verstorbenen Wuppertaler Künstler Andreas Junge sind feine kleine Arbeiten in Tusche, Aquarell oder Graphit auf Papier zu sehen. Sie erzählen von einem Vogel bei Flugversuchen oder zeigen einen anderen im Käfig eingesperrt, aber singend. Einer der Flugkünstler versucht sich im Seiltanz, zwei Gefährten schnäbeln. Auf einem anderen Bild sind zwei Vögel nur angedeutet mit dickem Strich - und doch wirken sie sehr präsent.

Köpfe in Reihungen, Überlagerungen und verschlungenen Linien sind das Thema von Stefan Noss. Auf einem Bild hat er acht Gesichter angeordnet. Im schwarzen Kohlestrich ist die Mimik nur angedeutet. Düstere Ahnung scheint herüberzuwehen.

Ein energiegeladenes, höchst spannungsreiches Gewirr an kräftigen Farben in expressiver Malweise ist auf einem großformatigen Bild des im Jahr 2000 verstorbenen, einflussreichen Künstlers Walter Stöhrer zu sehen. Die Schwarz-Weiß-Radierungen, die Stöhrer teilweise mit Farbe bis über das Passepartout hinaus übermalt hat, erweisen ebenfalls große Intensität.

Von anregend verstörender Kraft ist die Ausstellung, dazu tragen auch erheblich die Werke der Wiener Holzbildhauerin Karin Frank bei. Ein Mann liegt am Boden und ringt mit einer Schlinge, die aus seinem Körper kommt und wieder in ihn hineinwächst. Eine kleine Figur kauert in einem Gerüst, obwohl es offen ist und sie hinaus könnte. "Im System" heißt diese Arbeit - offenbar bietet die Einengung eine gewisse, wenn auch zweifelhafte Geborgenheit.