Kris Pohlmann Band: Drei Männer mit Blues mit Blut

Kris Pohlmann Band: Drei Männer mit Blues mit Blut

Mit dem Deutschen Rock & Pop Preis kam der Durchbruch: Die Kris Pohlmann Band aus Wuppertal setzt auf Tempo und Improvisation. Gemeinsamer Nenner der drei ist der Blues.

Wuppertal. Was machen ein IT-Manager, ein Akteur bei "Stomp" und ein Schlagzeuger beim Sinfonieorchester Wuppertal in ihrer Freizeit? Richtig: Sie machen Musik, und zwar gründlich.

Die Kris Pohlmann Band fand sich spontan und rasch war klar: Hier harmonieren drei Männer deckungsgleich, der gemeinsame Nenner ist der Blues. Genauer gesagt: der Rhythm & Blues, denn in dieser Kategorie gewann das junge Trio nach nur sechs Proben den Deutschen Rock & Pop Preis 2006 in Duisburg.

Der 29-jährige Kris Pohlmann, Namensgeber und Kopf der Band, war schon als Kind der Gitarre verfallen: "Zusammen mit meinem Bruder spielte ich ‚Band’. Symbolisch ‚schlug’ ich die Gitarre auf dem Tennisschläger." Doch bald folgte die professionelle Ausbildung.

Auftrieb gab dem "Halb-Engländer" die Teilnahme am Finale des "Blues Idol"-Wettbewerbs in den USA: "Ich schreibe alle Songs selbst, spiele die Gitarre und singe. Nichts ist abgeschrieben, und doch habe ich den größten Respekt vor den alten Blues-Musikern wie B.B. King, die mich geprägt haben."

Weil es schwer ist, nur von der Musik zu leben, selbst wenn man den Blues im Blut hat, wurde Pohlmann Diplom-Informatiker und Projekt-Manager und suchte nach Mitstreitern für seine Band.

Den ersten fand er in Wuppertal: Daniel Häker (42), der im Hauptberuf Paukist und Schlagzeuger bei den Wuppertaler Sinfonikern ist. Seit dem Studium an der Folkwang Hochschule in Essen liefen bei ihm die "klassische" Schlagzeug-Ausbildung und die am Drumset parallel. "Beim ersten Treffen mit Kris war sofort klar: Hier stimmt die Chemie."

Schwierig war es, einen Bassisten zu finden. Ein Musikladen in Düsseldorf half weiter: Warren Richardson (45) erweiterte das Duo zum Trio. "Eigentlich bin ich bei ‚Stomp’ engagiert und spiele dort vom Schrubber über Plastikeimer und Autotür alles", sagt der Amerikaner schmunzelnd. Er stammt aus einer Familie, in der alle Instrumente spielen, "aber mein Herz gehört der Band hier". Pohlmann ergänzt: "Er bringt Energie und große Lebendigkeit auf die Bühne."

Nach der ersten gemeinsamen Probe träumte Pohlmann schon von der Welt-Tournee: "Ich war so aufgeregt, es stimmte einfach alles, ich konnte vor Glück nicht schlafen." Der Gewinn des Deutschen Rock & Pop Preises war dann der "Türöffner".

Einladungen folgen nun Schlag auf Schlag: zum Eutiner Blues Festival, zur Düsseldorfer Jazz Rallye, zum Wupper New Blues Fest. Auch Clubs fragen nach Auftritten. "Wir haben uns bewusst für die Dreier-Besetzung entschieden. Sie gibt genügend Raum, jeder kann sich entfalten. Das eigene Instrument dient nicht nur der Begleitung oder Untermalung", erläutert Häker.

Auftritte Die Band spielt am Samstag, 21 Uhr, im Ottenbrucher Bahnhof, Funckstraße 94, und am 28. April, 20 Uhr, im Restaurant "The Old Woodhouse", Kohlstraße 64.

Kontakt Nähere Infos gibt es im Internet unter

Mehr von Westdeutsche Zeitung