1. NRW
  2. Wuppertal
  3. Kultur

Kowald-Festival: Drei Tage voller Erinnerungen

Kowald-Festival: Drei Tage voller Erinnerungen

Hommage an Andreas Junge: Im „Ort“ wird am Freitag eine Ausstellung eröffnet.

Wuppertal. Die Anfangsbuchstaben schreiben die Veranstalter klein, doch das Engagement, das dahinter steckt, ist groß: "3 tage vor ort" heißt das jährliche Kowald-Festival. Diesmal wird nicht nur an den unvergessenen Kontrabassisten Peter Kowald, sondern vor allem auch an den Maler Andreas Junge erinnert. Um den Künstler zu ehren, "der im vergangenen Jahr mit 49 Jahren leider viel zu früh" gestorben ist, arbeiten Sylvia Hauptvogel, Hans-Christian Günther und Mitglieder der Peter Kowald Gesellschaft an einer Ausstellung, die am Freitag, 23. April, im Rahmen des dreitägigen Festivals eröffnet wird.

Junge, der an der Kunstakademie in Düsseldorf studierte, war Meisterschüler bei A.R. Penk. Bekannt wurde er durch seine expressiven Malereien, "die ungeschönt über das Leben erzählen", wie Sylvia Hauptvogel betont. "Alles ist tief getränkt in schwarzen Humor, ungekünstelt, apokalyptisch, aber auch mit märchenhaften Fragmenten und ganz zarten Momenten."

So soll die Ausstellung, die bis zum 19. Mai an der Luisenstraße116 zu sehen ist, die ganz Bandbreite seiner malerischen Ambitionen zeigen: Junges Werk reicht von comic-hafter Malerei und Sprühbildern bis hin zu Klingenschnitten in Karton und Zehn-Meter-Bildern. Die Veranstalter sehen es so: "Seine Arbeiten erzählen von den immer wiederkehrenden und allzu gern verdrängten Weltendramen, aber auch von den ganz persönlichen Härten und Freuden des Lebens."

Persönlich gesehen war 1991 ein wichtiges Jahr für den gebürtigen Wuppertaler. Damals erhielt er den Von der Heydt-Förderpreis der Stadt. Neun Jahre später wurde der Maler auch Galerist: Von 2000 bis 2004 betrieb er die Galerie Junge an der Riemenstraße 28 - in dieser Zeit entstand auch das Buch "Der Ochse", aus dem Mitch Heinrich bei der Finissage am 19. Mai, 20 Uhr, lesen wird.

Als Hommage werden bis dahin nicht nur Papierarbeiten und große Malereien aus den 80er und 90er Jahren präsentiert. Vor allem seine neuesten Werke dürften das Bild abrunden: Computergrafiken, die Junge zwischen 2006 und 2009 kreierte, sind erstmals öffentlich zu sehen. Dabei dreht sich im dreitägigen Festival-Programm vieles, aber längst nicht alles um die Bildende Kunst. Weil Kowalds "Ort" in erster Linie ein Platz für klangvoller Jazz-Innovationen ist, gibt es natürlich auch die entsprechende Musik. "Melting Pot" ist der Titel eines Konzerts, das Underkarl am Samstag, 24. April, geben. Leo Huhn, Lömsch Lehmann, Frank Wingold, Sebastian Gramss und Dirk Peter Kölsch spielen um 20 Uhr an der Luisenstraße 116.

Das Festival-Finale geht in Tony Craggs Skulpturenpark Waldfrieden über die Bühne: Gunda Gottschalk, Joëlle Léandre und Xu Feng Xia setzen am Sonntag, 25. April, um 18 Uhr einen musikalischen Schlusspunkt. Nähere Infos gibt es unter