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Komische Oper: Don Pasquale - Der Geck verfällt Gretchen

Komische Oper: Don Pasquale - Der Geck verfällt Gretchen

„Don Pasquale“ feierte in Solingen Premiere. Marie Roberts gelungene Inszenierung ist im September im Tal zu sehen.

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p class="text"><strong>Wuppertal. Don Pasquale möchte sein Leben am liebsten in kleine Schubfächer säuberlich ordnen. Die bietet die Bühne von Jürgen Lier in schlichter, aber funktionaler Sperrholz-Optik bis unter die Decke reichlich an. Aber der kühl intrigierende Doktor Malatesta als Gott in Weiß mit klinisch grünen OP-Handschuhen (Kostüme: Miriam Dadel) bringt Pasquales Leben gehörig durcheinander.

Züchtige Dame wird zur Ehe-Furie: Elena Fink entfaltet weibliche List

Im Theater und Konzerthaus Solingen feierte Gaetano Donizettis Meisterwerk der Gattung "komische Oper" als bergische Koproduktion umjubelte Premiere. Die Inszenierung von Marie Robert legt Wert darauf, die Charaktere der Protagonisten klar herauszustellen.

Die Rolle von Elena Fink erfordert höchste stimmliche Beweglichkeit. Ihr Sopran klingt dann am besten, wenn sie scheinbar nicht über ihr Singen nachzudenken scheint. Dann perlen die Koloraturen, gelingt die tändelnde Leichtigkeit, bleibt die Stimme auch in der Höhe frei.

Ein wenig blass wirkt Markus Schäfer als Ernesto, den Norina liebt. Der Tenor bemüht sich sehr um lyrisches Belcanto, etwa in der wundervollen Romanze mit Ohrwurm-Qualitäten "Com´ è gentil la notte". Er hat es aber schwer, wenn im Duett seine Lage über die des Soprans reicht: Die Stimmen mischen nicht optimal.

Auch Malateste wandelt sich: Thomas Laske verkörpert den ideenreichen und das glückliche Ende herbeiführenden Fadenzieher mit einem beweglichen Bariton, der Höhen und Tiefen gleichermaßen mühelos erreicht, und behält mit berechnendem Spiel die Oberhand.

Die Chornummern des Theaterchors Solingen, solide einstudiert von Horst Meinardus, unterstreichen die spritzige, leichtfüßige Musik Donizettis mit komödiantischem Spiel in witziger Verkleidung.

Evan Christ am Pult der Bergischen Sinfoniker hat es schwer, die Musiker zu eben dieser Leichtigkeit und zur differenzierten Gestaltung zu verführen. Dennoch lohnt sich die Fahrt in die bergische Partnerstadt. "Don Pasquale" präsentiert sich als gelungenes Ganzes.