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Kleine Orgel mit großem Klangvolumen

Kleine Orgel mit großem Klangvolumen

Zur Feier des Tages spielte Roland Dopfer geistliche Abendmusik – und demonstrierte eindrucksvoll, wie vielseitig das neue Kleinod ist.

Düsseldorf. Im schlichten Hallenraum der Kirche ist sie ein optisches Kleinod: Auf der neuen Orgel in St. Elisabeth aus der Werkstatt Josef Weimbs aus Hellenthal spielte im Rahmen der Festwoche zur Orgeleinweihung der Kantor von St.Laurentius, Roland Dopfer, eine geistliche Abendmusik. Dopfer führte mit seinem Programm durch die unterschiedlichen europäischen Orgelstile und demonstrierte eindrucksvoll, wie vielseitig das neue Instrument einsetzbar ist.

Georg Friedrich Händels Ouvertüre aus der Feuerwerksmusik ist auch auf der Orgel eine prächtige und festliche barocke Eröffnungsmusik mit Fanfaren-Duetten über sonoren Bässen, die das große Volumen der kleinen Orgel anschaulich vorstellt.

Den norddeutschen "Stylus phantasticus" zeigt das e-Moll-Präludium von Nicolaus Bruhns. Roland Dopfer interpretiert die dramaturgisch höchst unterschiedlichen Teile expressiv und mit schlüssigen Fermaten, die Phrasen wie segmentiert abschließen. So findet der Wuppertaler Kantor zu einer zeitgemäßen Tonsprache und verliert trotz der vielen Mosaiksteinchen der wechselhaften Gefühle die Geschlossenheit der Komposition nie aus den Augen.

Ein ganz anderer Charakter ist beim Spanier Pablo Bruna zu erleben, der in den Variationen über die Litanei der Jungfrau Maria das dunkle und sanfte Thema überaus reich verziert, in komplizierten Rhythmen und Taktgefügen figurativ verdichtet. Dabei stellt Dopfer den Klangfarbenreichtum der Register vor, die bis in metallische Schärfe reichen.

Die eigenen Improvisationen des Organisten haben die Gesänge "Herr öffne meine Lippen" und "Dich, Gott, loben wir" zur Grundlage, die er als schlichte Solo-Versionen einleitet. Lippen- und Zungenpfeifen der Orgel vereint er zum fernen Rauschen im Schwellwerk, ehe sich die Musik drängend und beschwörend zum Pleno steigert.

Fast nahtlos schließt sich Louis Viernes "Final" aus der ersten Symphonie für Große Orgel organisch an: Reiche Modulationen, volles Volumen mit scharfen Einwürfen umspielen das Carillon-Motiv mächtig. Auch wenn die neue Orgel mit gleißenden Klangkronen und fetten Fundamenten plakativ klingen kann - für Werke der französischen Sinfonik ist sie bestens geeignet.