1. NRW
  2. Wuppertal
  3. Kultur

Klangart: Virtuoses Gedenken an eine Jazz-Ikone

Klangart: Virtuoses Gedenken an eine Jazz-Ikone

Begeisterung bei „A Tribute to Charlie Mariano“ im ausverkauften Skulpturenpark Waldfrieden.

Barmen. "A Tribute to Charlie Mariano" war ein Klangart-Konzert der Extraklasse, das in Erinnerung bleiben wird. Es lieferte den hörbaren Beweis dafür, dass die Jazzmusik mit all ihren Fusionen zum Rock, zum Blues und zur Weltmusik lebendig ist wie je. Und wenn der äußerliche Rahmen stimmt wie im Skulpturenpark Waldfrieden, dann ist jedem schnell klar, welch enorme Kraft diese Musik besitzt und weiter besitzen wird - obwohl mit Charlie Mariano einer der ganz Großen von uns gegangen ist.

Das intensiv dargebrachte Erinnerungskonzert an den Altsaxophonisten und Globetrotter in Sachen Jazz- und Weltmusik öffnete dem begeisterten Publikum die Herzen und Seelen. "Ausverkauft" lautete am Sonntagabend die Botschaft an der Kasse, nachdem sich mehr als 600 erwartungsfrohe und auf die unsichere Witterung vorbereitete Freunde des Jazz auf das Stuhlwerk gehockt hatten.

Es war eine fantastische Idee, fünf hochkarätige Spielgenossen zusammenzubringen und in diesem grandios geeigneten Ambiente auftreten zu lassen. Die Musiker überzeugten ihr Publikum mit immenser Virtuosität und Spielfreude. Mit allen angereisten Weggefährten hat Mariano in seinem langen Leben musiziert, bis der in Boston geborene Musiker vor einem Jahr im Alter von 85 Jahren in Köln starb.

Mit Tasten-Derwisch Jasper van’t Hof und Seitenzauberer Philip Catherine trat er in der 1974 gegründeten und berühmt gewordenen Gruppe Pork Pie auf. Immer wieder kreuzten sich danach die Wege der Künstler. Dann spielten sie mit dem "Großen Bruder Charlie" zusammen - wie Bassist Dieter Ilg ihn einmal genannt hat, der in Marianos letzten Lebensjahren zu dessen bevorzugten Partnern gehörte.

Den Saxofon-Part übernahm Bobby Stern - Marianos erste Wahl, wenn der in den letzten Jahren ein Gegenüber am Saxofon suchte. Der wegen einer Erkrankung fehlende Schlagzeuger Aldo Romano wurde überzeugend von John Marshall ersetzt. Alle gemeinsam sorgten am Sonntag für anhaltende Beifallsstürme im Skulpturenpark.