1. NRW
  2. Wuppertal
  3. Kultur

„Keinohrhasen“: Reif für die Bühne

„Keinohrhasen“: Reif für die Bühne

Das TiC-Theater zeigt eine Theaterversion des Kult-Films.

Wuppertal. Das Konzept, mit einer Filmkomödie in den Sommerferien Gäste ins TiC-Theater zu locken, hat schon im vergangenen Sommer funktioniert. Jetzt sind es die "Keinohrhasen", die sich auf der kleinen Bühne an der Borner Straße tummeln.

Hauptdarstellerin Mirca Szigat sieht dabei Nora Tschirner als Kindergärtnerin Anna erstaunlich ähnlich. Sie hat die gleichen braunen Locken und spielt die Ungelenkigkeit und Tollpatschigkeit dieser Kindergärtnerin sehr überzeugend.

Die Kinder des Horts kommen im TiC-Theater vom Band. Trotzdem erzählt Gastregisseur Thomas Gimbel die Geschichte um den Star-Klatschreporter Ludo, der seine Sozialstunden im Kindergarten ableisten muss, sehr schlüssig. Für die vielen Umbau-Pausen findet er die richtige Musik, die zur jeweiligen Situation und den darin gezeigten Personen passt. Nur das ständige Herumschieben des roten Sofas von vorne nach hinten und von links nach rechts wirkt irgendwann penetrant.

Im Hintergrund leuchtet die Wand in bunten geometrischen Figuren - ähnlich wie in vielen Fernseh-Ratesendungen (Bühne: Iljas Enkaschew). Davor ziehen Anna und ihre Kollegin und Freundin Miriam (Annalena Stuhlmann) über Männer her. Als dann Reporter Ludo (Christopher Wüst) im Kindergarten auftaucht, mit dem Anna noch eine alte Rechnung offen hat, drangsaliert sie ihn, wo sie nur kann.

Mit lässigen Gesten und breitem Grinsen spielt Christopher Wüst diesen von Til Schweiger erfundenen Gewinner-Typen, der lieber sein Handy zückt, als seinem Gegenüber zuzuhören. Sabine Henke, Michael Baute und Alexander Bangen vervollständigen das Team versiert als Schwester und Geliebte, Künstler und Chef sowie Paparazzo.

Sehr schön lotet Gimbel die Beziehungen zwischen den Figuren aus. Er balanciert Gefühle und Enttäuschungen, Vorpreschen und Abwehr geschickt aus. Und am Ende zeigt es sich, dass jeder belehrbar ist und sich zum Guten entwickeln kann. Ein besonderer Pluspunkt der neuen Inszenierung: Angesichts der heißen Temperaturen werden nun zu Beginn der Vorstellungen Fächer verteilt. Damit können sich die Besucher im engen Raum an der Borner Straße etwas erfrischen.