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Kammerspielchen: Am Samstag kommt der Gatte auf den Grill

Kammerspielchen: Am Samstag kommt der Gatte auf den Grill

„Gatte gegrillt“ heißt die Devise des Regisseurs. Er inszeniert im Kammerspielchen.

Herr Stürzebecher, die Grillsaison ist — streng genommen — vorbei. Wer grillt nun bei Ihnen einen Gatten — und weshalb?

Ronald F. Stürzebecher: Wer den Gatten grillt und weshalb, darf ich nicht verraten. Das wäre, als würden Sie einen Krimi lesen, in dem die Auflösung auf der letzten Buchseite steht, und Sie würden die letzte Seite zuerst lesen.

Was kann man denn verraten?

Stüzrbecher: Zum Auftakt der Saison wird im Kammerspielchen eine weitere, „knuffige“ Spielstätte eröffnet. Hierfür wollten wir ein geeignetes Stück finden. In dieser frech-schwarz-humorigen Komödie stellt sich für die männlichen Theaterbesucher die Frage: „Haben Sie schon einmal ihre Frau betrogen und sind sie dabei dem unverhofften Leistungsdruck eines Doppellebens erlegen?“ Für die weiblichen Gäste stellt sich die Frage: „Hat ihr Mann sie schon einmal betrogen und stand dann ,Gatte gegrillt’ ganz oben auf dem Speisezettel?“

Was reizt Sie an diesem Spiel?

Stürzebecher: „Gatte gegrillt“ ist das letzte Werk einer Trilogie von Debbie Isitt über die versteckten Seiten des bürgerlichen Ehelebens. Besonders reizvoll ist die spannende Handlung, die einem Krimi ähnelt. Isitt analysiert messerscharf die Mechanismen dieser sich alltäglich abspielenden Tragödie, dabei bleibt ihr Stück zugleich eine bitterböse, amüsante Komödie über die Liebe. Ich mag Isitts klare, auf den Punkt gebrachte Sprache. Und ich bin ein Fan von schwarzem Humor.

Welche Stücke sind — abgesehen vom gegrillten Gatten — in diesem Jahr noch zu erwarten?

Stürzebecher: Am 30. September werden „Kleine Eheverbrechen“ wieder in den Spielplan aufgenommen. Am 12. November folgt dann die Premiere von „Die 39 Stufen“ — einer Kriminalkomödie von John Buchan und Alfred Hitchcock in einer Bühnenbearbeitung von Patrick Barlow. Mit dabei ist der bekannte Fernsehschauspieler Carsten Speck. Am 19. November wird ein vorweihnachtliches Familienstück — „Schlittentaxi“ — uraufgeführt. Am 17. Dezember folgt die letzte Premiere dieses Kalenderjahres: „Dinner for one — wie alles begann“. Es wird ein abendfüllendes Theaterstück mit und um den legendären Sketch ,Dinner for one’.