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Kammerphilharmonie wird in Barmen sesshaft

Kammerphilharmonie wird in Barmen sesshaft

Das Ensemble von Werner Dickel gibt seine Konzerte nun in der Immanuelskirche — „auch als Zeichen der Unterstützung für diesen Ort“.

Wuppertal. Seit 2009 gibt die Kammerphilharmonie Wuppertal feine Konzerte — mal an diesem, mal an jenem Veranstaltungsort. Das gehört zur Philosophie des von Werner Dickel gegründeten Ensembles: sich weder auf eine Musikrichtung noch einen Ort festlegen lassen.

Musikalisch möchte Dickel, Professor für Viola und Kammermusik an der Musikhochschule, auch weiterhin „möglichst viel abdecken“, doch für ihre Veranstaltungen wird die Kammerphilharmonie ab sofort in der Oberbarmer Immanuelskirche sesshaft.

Das ist durchaus ein Wagnis — „ob das Publikum mitzieht und ob wir dort angenommen werden“, sagt Dickel. „Doch ich riskiere es auch als Zeichen der Unterstützung für die Immanuelskirche. Ich fände es jammerschade, wenn dieser Kulturort verloren ginge.“ Als er im Juni angefragt hat, waren die Verantwortlichen im Trägerverein begeistert. Aber dann trat die finanzielle Krise der Immanuelskirche zutage, „die leider immer noch nicht gelöst ist“.

14 Musiker gehören zum festen Stamm der Kammerphilharmonie. Die meisten sind ehemalige Studenten, die heute erfolgreiche Musiker sind — etwa eine Bassistin aus dem Sinfonieorchester. Dazu kommen einige „wirklich junge Jungstudenten mit entsprechendem Feuer“, so Dickel. Das sei eine attraktive Mischung, mache es aber schwierig, Termine für die Proben im Ort in der Luisenstraße und für die Konzerte zu finden.

In ihrer ersten Saison im Osten der Stadt präsentiert sich die Kammerphilharmonie mit einem bewusst populären Programm. Am 20. November spielt sie unter dem Titel „Geigentanz“ Schwungvolles von Johann Sebastian Bach, Mozart, Bartok und Tschaikowski. Am 13. Februar gibt es „etwas Neues und etwas Hübsches von Mahler“ (Dickel): die Uraufführung von Wilfried Maria Danners „Nachtschleife“ und Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 4, G-Dur. „Etwas Großes mit Chor“ füllt die Immanuelskirche klanglich am 22. Mai. Bei Haydns „Schöpfung“ wirkt neben dem Ensemble auch die Kantorei Barmen-Gemarke unter der Leitung von Wolfgang Kläsener mit.