Junge Preisträger beweisen sich live

Junge Preisträger beweisen sich live

49 Kinder und Jugendliche haben beim Regional-Wettbewerb von „Jugend musiziert“ gut abgeschnitten — und ihr Können gestern im Kolkmann-Haus in Elberfeld unter Beweis gestellt.

Wuppertal. Zum 51. Mal fand in diesem Jahr der Regional-Wettbewerb „Jugend musiziert“ statt, bei dem sich 49 Kinder und Jugendliche der Bergischen Musikschule den strengen Ohren der Jurys gestellt hatten — und erfreulich gut abschnitten. Davon konnten sich die Zuhörer im Preisträgerkonzert am Sonntagvormittag im Kolkmann-Haus überzeugen.

Renate Schlomski, Leiterin der Schule, stellte in den Mittelpunkt ihrer „Ansprache als Büttenrede“ die konfuzianische Weisheit „Der Weg ist das Ziel“. Launig stellte sie fest, dass der Ausspruch durchaus auch den Beginn einer fragwürdigen Karriere rechtfertigen könne, nämlich, wenn schon das Spitzen des Bleistifts als künstlerische Leistung gewertet werde.

Die jungen Teilnehmer am Wettbewerb aber hätten sich auf den Weg gemacht und aus dem Erreichten neue Ziele für sich entwickelt. So trüge auch die manchmal nervenzermürbende Weiterarbeit an den immer gleichen Musikstücken durchaus zum Entdecken und zur Reife bei.

Die Kleinsten, Neun- und Zehnjährige, zeigten ihr Können im Violin-Duo (Caroline Lohmann und Mijo Hölbling) und Blockflöten-Quartett (Magdalena Bilz, Johanna Orthmann, Josephine Spiecker, Tabea Wicke-Iurgel) mit munterem Spiel und in guter Übereinstimmung. Sie dürfen trotz hoher Punktzahlen aus Altersgründen noch nicht am Landeswettbewerb teilnehmen. Das darf hingegen der junge Pianist Matthias Benedikt Weiß aus der Altersgruppe III (geboren 2000/2001).

Allein 30 Teilnehmer der Musikschule stellten sich der Solo-Wertung Klavier — eine der Kategorien mit härtesten Konkurrenzbedingungen. Matthias spielte Haydn und Grieg mit energischem Anschlag und recht sicherer Beherrschung der rasend schnellen Skalen.

Das Holzbläser-Trio Moritz Mihm, Sophia Stiridis und Erik Riedel aus der Altersgruppe der 17- bis 18-Jährigen spielte mit schöner, dynamischer Gestaltung und viel Ausdruckswillen Klarinettenmusik von Mozart (Divertimento Nr. 4) und das herrlich kecke „Terzetto“ von Marcel Poot.

Leon Mucke, der die höchste Punktzahl in seiner Altersgruppe IV (geb. 1998/1999) erzielte, zeigte am Drum-Set, dass Schlagzeug nicht nur hektisch und laut, sondern auch sanft und leise klingen kann.

Auch der 15-jährige Felix Theiss darf zum Landeswettbewerb. Mit acht Jahren begann er mit klassischer Gitarre und spielt seit fünf Jahren E-Gitarre. Felix begeisterte mit seinem hingebungsvollen Spiel: Ganz authentisch klangen „Little Wing“ von Jimi Hendrix und „Bad Horsie“ vom Frank Zappa-Epigonen Steve Vai. Wie gut, dass Musikschulen und Wettbewerb seit einiger Zeit den Pop-Bereich aufnehmen und so noch mehr Jugendliche binden können.

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