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Wuppertaler Kultur: Inklusive Filmredaktion „AugenBlicke“ geht an den Start

Wuppertaler Kultur : Inklusive Filmredaktion „AugenBlicke“ geht an den Start

Das Medienprojekt Wuppertal will mit der neuen Redaktion insbesondere Menschen mit Behinderung eine Plattform geben.

Eine neue Filmredaktion ist in der vergangenen Woche in der Oberbarmer Färberei gegründet worden. Ein Team aus dem Medienprojekt Wuppertal lud zum ersten Treffen der Redaktion „AugenBlicke“ ein. Die Färberei als Zentrum für Integration und Inklusion bot den Rahmen für die Gründung, zu der Menschen mit und ohne Behinderung eingeladen waren.

Die Resonanz überraschte die Initiatoren: Mehr als 50 Personen waren gekommen, nicht nur aus Wuppertal, sondern auch auch Düsseldorf oder Wesel.

Eine Vorstellungsrunde, in der die persönlichen Lieblingsfilme oder Genres geteilt wurden, ließ die Teilnehmenden einander kennenlernen. Dabei wurden die verschiedensten Beweggründe deutlich. Manche haben bereits Erfahrung im Film oder auch im Fernsehen gesammelt, waren beim Schnitt oder im Theater aktiv. Andere, wie der 27-jährige Yannic, wollen schlicht neue Erfahrungen sammeln: „Ich bin offen dafür, Neues auszuprobieren.“ Eigene Ideen umzusetzen, darin sollen die Teilnehmenden bestärkt werden, erläutert Projektleiter Sebastian Bergfeld.

Viele Ideen
stehen bereits

In Schulen und Werkstätten wie der Lebenshilfe war zuvor auf das Projekt aufmerksam gemacht worden. Menschen mit Behinderung müsse „eine Plattform“ gegeben werden, so Bergfeld. Im Medienprojekt, das häufig politische Themen auf der Agenda hat, habe es immer wieder Berührungspunkte mit Menschen mit Behinderung gegeben.

Aus diesem Grund wurden sie zur Gründung der neuen Filmredaktion ausdrücklich eingeladen, ohne dabei anderen die Möglichkeit auf die Teilnahme zu nehmen. Zum Einklang wurden zwei Kurzfilme gezeigt, die bereits in der Zusammenarbeit aus Lebenshilfe und Medienprojekt entstanden sind.

Die Filminteressierten, die in die Färberei gekommen waren, arbeiten in Gruppen an neuen Produktionen. Die Themen sind frei wählbar, viele Ideen stehen bereits. Es soll ein Wupper-Tatort gedreht werden, Vorschläge zu Science-Fiction fanden Anklang, und manche möchten persönliche Schicksale filmisch verarbeiten. Egal ob schauspielerisch, beim Schnitt oder hinter der Kamera, alle Interessen sollen bedient werden. Solche Angebote zu schaffen, sei wichtig, um Empowerment-Arbeit zu leisten, sagte Bergfeld.

Das Medienprojekt unterstützt die verschiedenen Filmproduktionen in technischer und fachlicher Hinsicht; sowohl Video-Ausstattung als auch die Expertise von Filmemachern und Medienpädagogen werden zur Verfügung gestellt.

Die Ergebnisse der verschiedenen Gruppen aus der „AugenBlicke“-Redaktion werden im Rahmen des „Borderline“-Videomagazins im Kino präsentiert, dessen nächste Ausgabe am 29. April im Cinemaxx stattfindet. Die „Borderline“-Filme, die von jungen Menschen geschaffen werden und sich auch an diese Altersgruppe richten, erscheinen alle zwei Monate.

Das Medienprojekt Wuppertal fördert Jugendliche darin, ihre Meinungen und Themen, die sie bewegen, im Video zu äußern. Innerhalb der fast dreißig Jahre, in denen die Institution nun besteht, hat sie sich zu einer bundesweit angesehenen Stelle für Jugendvideos entwickelt.