Kulturzentrum in Wuppertal: Immanuelskirche hat einen neuen Vorstand

Kulturzentrum in Wuppertal : Immanuelskirche hat einen neuen Vorstand

Das erste große Vorhaben ist die Planung des Jubiläumsfestes im September.

Die Immanuelskirche muss verlässlich bleiben: Kurz gefasst sieht der Förderverein des Kulturzentrums hier seine Aufgabe, und in diesem Sinn tritt nun auch ein neuer Vorstand an. Im komplett neuen Leitungsteam ist ein in der Kulturszene bestens bekanntes Gesicht: Monika Heigermoser, langjährige Chefin des Wuppertaler Kulturbüros, wird Schatzmeisterin der Immanuelskirche.

Thomas Erlach, Professor für Musikdidaktik, ist künftig Vorsitzender des Vereins, der die Zukunft der einstigen Kirche und ihrer Nutzung organisiert, sein Vize ist Erhard Buntrock, auch tätig in einem Barmer Musikhandel. Nils Brückelmann ist neuer Schriftführer. Dass der Vorstandswechsel nötig wurde, ist selbst besagter Verlässlichkeit geschuldet: Das inzwischen hohe Alter im Vorstand um Wolfgang Fehl erforderte aus städtischer Sicht nun einen Generationenwechsel – gerade um dauerhafte Planungen möglich zu machen.

Fehl stand selbst immer für Beharrlichkeit: Als die Kirche als Gotteshaus nicht mehr gebraucht wurde und Umwidmung oder Abriss drohten, ging er vor 35 Jahren mit Mitstreitern an die Rettung.

Auch die ersten Vorhaben des neuen Vorstands stehen im Zeichen der Pflege des Hauses als anspruchsvoller Kulturort. Dazu gehören zwei technische Aufgaben: die Anschaffung einer neuen Soundanlage und ein optimierter Brandschutz.

Auftritte von Künstlern stellen neben der Förderung die finanzielle Basis, ebenso wie Aufnahmen, die im Kirchbau wegen seiner Akustik beliebt sind. Sie komplettierten 2018 die Belegung des Hauses mit 53 öffentlichen Veranstaltungen.

Das Kulturangebot
muss hochwertig sein

Das Management des Kulturzentrums besorgen weiter Helene Blazczok und Janine Pagel. Sie verantworten das Programm des Zentrums und sichern so dessen Existenz, denn das Kulturangebot der Immanuelskirche muss hochwertig sein. Monika Heigermoser betont: „Ein gutes Veranstaltungsprogramm ist von zentraler Bedeutung.“ Aus ihrer langen Erfahrung einbringen werde sie, so Thomas Erlach, die reichen Kontakte in der Szene .

Eigentlich das erste große Vorhaben der Neuen richtet sich aber an die Öffentlichkeit: 2019 wird die Immanuelskirche 150 Jahre alt, und das Jubiläumsfest im September bedarf besonderer Planung. Persönlichkeiten rund um das Haus und seine Geschichte sollen im Mittelpunkt stehen, daneben wird es Führungen geben.

Ansteuern werden diese unter dem Titel „Tour Ost“ auch Orte außerhalb des Kirchraums. Nicht ohne guten Grund, denn auch die Verankerung im Stadtteil gehört heute zum Selbstverständnis. Nicht zuletzt war sie Bedingung seitens der Stadt in besagter Krise: Dass die Immanuelskirche bis heute so besteht, erforderte vor 35 Jahren, sich neu aufzustellen, und zentral dafür war die Relevanz für den Stadtteil – Oberbarmen war schon damals weit entfernt von Zeiten als einst wohlhabendes Viertel.

Die Aufwertung seitdem ist sicher Grund genug für die Stadt, die Kulturadresse in Oberbarmen weiter hochzuhalten. Für all das, was es sonst noch braucht, will auch der neue Vorstand sorgen – und das heißt nicht zuletzt, ein Kirchhaus zu bewahren: Anders als andere Kulturakteure trägt man schließlich auch Verantwortung für eine Immobilie.

Mehr von Westdeutsche Zeitung