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Im Roman „Gleichklang“ erzählt Regine Radermacher von Freundschaft

Titel lautet „Gleichklang“ : Regine Radermacher bringt neuen Roman heraus

Im Roman „Gleichklang“ erzählt Regine Radermacher von Freundschaft und Kommunikation.

Die Hauptpersonen haben keine Namen. Im Roman „Gleichklang“ wechselt Regine Radermacher nur zwischen „Er“ und „Sie“. „Diese Erzählweise hat mich gereizt“, erzählt die Autorin. „Ich wollte eine Ausnahmesituation schaffen, zwei Menschen in einer Grenzsituation nach einer überstandenen Krankheit, die in Isolation auf sich selbst zurückgeworfen sind.“ Deshalb schickt sie ihre Hauptpersonen in eine nicht näher benannte Reha, in der die „Gäste“ sogar ihre Handys abgeben müssen. Der Alltag wird bestimmt von gestalterischen Kursen, Sport und Spazierengehen.

Schnell finden sich Er und Sie beim gemeinsamen Musizieren. Sie stellen fest, dass sie nicht nur mit Klavier und Querflöte miteinander harmonieren, sondern sich auch gut unterhalten können. Jeden Abend treffen sie sich zu einem Glas Wein. Dabei erzählen sie sich Dinge, die sie sonst noch niemand verraten haben. Gleichzeitig werden den beiden Kranken, die vorher ein Gespräch mit dem Reha-Psychologen abgelehnt haben, Zusammenhänge und Versäumnisse in ihrem Leben klar.

„Ich glaube, dass es gelingen kann, durch vertrauensvolle Kommunikation viele Probleme zu lösen oder sie erst gar nicht entstehen zu lassen“, erklärt Regine Radermacher. Gleichzeitig kennt sie genügend Menschen, denen das schwerfällt und die sich abfällig über Psychologen und Psychologie äußern. Diese Spannung möchte sie in ihrer Geschichte darstellen. Dort finden die Hauptpersonen am Schluss durch das Sprechen über Ängste und Sorgen zu innerem Frieden und einer glücklichen Zukunft. „Und ich möchte eine Freundschaft zwischen Mann und Frau zeigen, die keine sexuelle Komponente hat“, sagt die Autorin.

Während sie sich über ihre Eltern und Geschwister austauschen, kommen Erinnerungen an Kränkungen und Misserfolge hoch, die sie viele Jahre lang beeinflusst haben. In Spaziergängen denken sie über diese Lebensereignisse nach und reflektieren sie mit ihrem Gesprächspartner.

Zusätzlich hat Regine Radermacher einige pointierte Nebenfiguren erfunden. Die weibliche Hauptfigur befreundet sich mit Margarete, die im Töpferkurs neben ihr sitzt. Bei einem Cappuccino tauschen sich die beiden Frauen über die Männer und die Ereignisse ihres Reha-Alltags aus. Zwischendurch platzt immer wieder Herr Schriller in die Geschichte, der „Gockel“, wie sie ihn nennt: ein eitler Verleger auf Frauenjagd. Oder gar ein Heiratsschwindler? Die Männerrunde in der Bibliothek hingegen befasst sich eher oberflächlich mit ihren Mitmenschen und interessiert sich mehr für die Fußballergebnisse. Wobei die drei Männer am Ende des Buches plötzlich feinfühlige Kommentare abgeben. Durch all diese unterschiedlichen Gespräche können die Hauptfiguren dann ihre Rückkehr in ihren Alltag so gestalten, dass sie diesem froh entgegensehen.

Regine Radermacher: Gleichklang, 226 Seiten, 11,90 Euro, Verlag Beggerow.