Wuppertaler Kultur: „Im Duo wird das Malen zum Dialog“

Wuppertaler Kultur : „Im Duo wird das Malen zum Dialog“

Beatrice Cron und Diemut Schilling stellen in der Galerie Friedrich und Ebert aus.

Was entstehen kann, wenn abstrakte Malerei auf das Naturalistische und Figürliche trifft, dokumentieren die Schweizerin Beatrice Cron und die gebürtige Bremerin Diemut Schilling in ihrer Ausstellung Hinterland in der Galerie Friedrich und Ebert an der Friedrich-Ebert-Straße 236. Die Bildhauerin Schilling wurde beispielsweise bekannt als Initiatorin des Treppenkunstprojekts und Betreiberin des Kunstraumes. Cron unterrichtete Malerei an einer Waldorfschule in Hagen, bevor sie als Professorin an die Kunstakademie nach Alfter berufen wurde.

Bei einem gemeinsamen Projekt erkannten beide, dass sich die Malerei von Cron und die Zeichnungen der mit Druckgrafiken und Radierungen vertrauten Schilling ideal ergänzen. „Ich habe vorher nie gemalt und es ist sehr aufregend“, sagt Schilling. Sie fühlt sich sehr wohl mit der Herangehensweise an die aktuell ausgestellten Arbeiten, kollaborativ entwickelte, großformatige Bilder, die im Spannungsfeld von abstrakten Farbflächen und figurativer Formensprache entstanden sind.

Die rund 30 Werke spiegeln den lebendigen und improvisatorischen Umgang der beiden Künstlerinnen, der innerhalb des Entstehungsprozesses zu immer wieder neuen Überraschungen führt. „Vieles kündigt sich aus dem Farbenmeer an, und es ist wichtig, eine Auslese zu treffen“, gibt Cron einen Einblick in die Arbeitsweise, bei der häufig an fünf Bildern gleichzeitig gemalt werde, wobei sie die abstrakten Vorgaben gibt, während Schilling das Figürliche ins Bild setzt.

Der Zufall spielt
eine große Rolle

„Im Duo wird das Malen zum Dialog. Wir diskutieren manchmal eine halbe Stunde über einen Strich“, sagt sie, schmunzelt und verweist auf eine Arbeit hinter ihr. Bei den mit Tusche, Acryl, Öl und Aquarellfarben entstehenden Arbeiten arbeite man aus dem heraus, was das Bild brauche, wobei ihnen alle Techniken und das vielfältige Repertoire der Darstellungsweise zur Verfügung stehen. Ohne Vorlage und ohne, dass es zur Collage wird, kreieren die beiden Künstlerinnen kraftvolle Motive, wie etwa die Arbeit „Neighbourhood“, bei der zunächst ein Mensch im Auto die Basis bildete, ehe daraus ein Raum wurde, in den zwei Männer hineinschauen.

Zufall spiele im Malprozess eine große Rolle und auch die Trocknungsstruktur sei bei ihren Arbeiten sehr wichtig, erklären Cron und Schilling. So ziehen Pfützen, die immer größere Ringe bilden, den Blick auf sich. Auch „Erneute Stille“, „11:05 am“ oder „Go north“ modifizieren sich durch diffusen Nebel, oder fließende Nuancen, Flecken werden gelegt und Gesten komplettieren, werden vielleicht auch wieder weggenommen und erscheinen im Verlauf fernab des Ursprünglichen. Der Output der vergangenen zwei Jahre ist sehenswert, berührt und schmeichelt durch die unaufdringliche Farbvielfalt dem Auge des Betrachters.

Die Ausstellung ist vom 23. August bis 28. September zu sehen. Geöffnet: Samstag, 24. August, und Sonntag 25. August, 12 bis 18 Uhr, an den Samstagen, 31. August, 7., 14. und 21. September, 12 bis 16 Uhr. Finissage: Samstag, 28. September, 16 bis 20 Uhr.

friedrichundebert.de
cron-schilling.de

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