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Hit-Feuerwerk mit Herzblut: Musical-Fans feiern Maricel

Hit-Feuerwerk mit Herzblut: Musical-Fans feiern Maricel

Musical-Fans feierten Maricel in der Immanuelskirche.

Wupperfeld. Auf dem weißen, lang herabfallenden Kleid glitzern goldene Stickereien, an Haar und Hals funkeln Kolliers. Maricel weiß, wie sie ihr Publikum betört. Mindestens sechs Mal wechselt die Musical-Sängerin bei ihrer Show in der Immanuelskirche ihr Outfit, gibt sich mal als Diva im langen roten Kleid, mal verführerisch mit knapper Jeans-Shorts und Weste. Ein richtiger Fan-Club aus der ganzen, auch weiteren Umgebung ist angereist, um ihr zuzujubeln — obwohl die Gäste zu Beginn irritiert sind, weil nach einer pompösen Video-Einleitung mit Ausschnitten aus Musical-Auftritten Maricels ein Loch folgt.

Dann fegt Maricel auf die Bühne. Jeden Song kündigt sie damit an, dass er „mir wirklich ganz doll am Herzen liegt“. Nur einmal kippt das Blondchen-Image, als sie am Schluss bei dem von ihr selbst komponierten Lied „Sing!“ in Tränen ausbricht und von schwierigen Zeiten ihrer Familie erzählt. Maricel singt Hits aus Musicals, in denen sie bereits auf der Bühne stand: „Gold von den Sternen“ aus „Mozart“, „Engel aus Kristall“ aus den „Drei Musketieren“ und „Wenn ich tanzen will“ aus „Elisabeth“.

Dazu gesellt sich der schwedische Musical-Darsteller Petter Bjällö, der nicht nur musikalisch gut mit ihr zusammenpasst, sondern auch jede flapsige Bemerkung aufnimmt. Julian David, mit dem sie in Bonn in „Hair“ auftritt, und der Pianist Marcus Schinkel sind die weiteren „Special Guests“.

Vor allem aber stellt Maricel erstmals Ausschnitte aus dem von ihr selbst neu geschriebenen Musical „Jeanne d’ Arc“ vor. „Große Mädchen weinen nicht“ und „Orleans“ bieten die Möglichkeit, vielseitige Emotionen zu zeigen, die Lieder sind eingängig und zugleich vielschichtig komponiert. Auch in der Instrumentation beweist Maricel Fantasie, lässt mittelalterliche Flöten auf Schlagwerk treffen oder ein Fagott die Hauptmelodie spielen. Später müssen die Zuschauer den „Time Warp“ tanzen und Maricel stellt die ebenfalls von ihr entwickelte „Hexe Huckla“ aus einem bei Langenscheidt herausgekommenen Englisch-Lehr-Musical vor.