Henning Flüsloh: Vom Wuppertaler TiC zum Düsseldorfer Schauspiel

Kultur : Vom TiC zum Düsseldorfer Schauspiel

Im Dezember spielt Henning Flüsloh die Hauptrolle in Tankred Dorsts „Parzival“.

Henning Flüsloh hat den Sprung auf die große Bühne geschafft. Seit dieser Spielzeit ist er fest am Düsseldorfer Schauspielhaus engagiert. Mit „Dantons Tod“ hat er eine viel beachtete Premiere hingelegt. Für seine Darstellung des Revolutionärs Camille Desmoulins heimste er positive Kritiken ein. Auch sonst fordert ihn der neue Job. In Kleists „Zerbrochnem Krug“ und Hebbels „Maria Magdalena“ übernimmt er tragende Rollen. Im Dezember spielt er die Hauptrolle in Tankred Dorsts „Parzival“.

„Das ist alles ein Wahnsinn“, sagen die Eltern des 26-Jährigen. Wenn Flüsloh vom Start im Schauspielhaus berichtet, schwingt auch bei ihm Erstaunen in der Stimme mit. Vor zehn Jahren hätte er sich selber nicht als Schauspieler gesehen. Der Schüler hatte es mit Kunstturnen und Fußball ausprobiert. Die Spielwut packte ihn erst, als er in der 11. Klasse beim Theaterkurs seines Wuppertaler Gymnasiums auf der Bühne stand.

Sein Talent machte Eindruck auf die Macher des Theaters in Cronenberg. Dort spielte er unter anderem den „Burger“ im Musical „Hair“. Am TiC, erklärt Flüsloh, habe er die Technik gelernt, die ihm bis dahin fehlte. Noch vor dem Schauspielstudium wurde er ins Ensemble der Jungen Burg am Wiener Burgtheater aufgenommen. Ab 2015 studierte er an der Berliner Hochschule Ernst Busch.

Zwischen Proben und Auftritten bleibt dem Schauspieler, der mit seiner Frau in Düsseldorf lebt, nur wenig Freizeit. Dennoch kehrt er immer wieder dahin zurück, wo er die ersten wichtigen Schritte gemacht hat. Flüsloh spricht von „schönen Erinnerungen“, als er die Garderobe des TiC-Ateliers betritt und von Ralf Budde mit Handschlag begrüßt wird.

Dass sein ehemaliger Schützling derzeit so gut beschäftigt ist, „würde ich als Kompliment nehmen“, sagt Budde. „Das ist ein Zeichen für die Wertschätzung, die dir der Intendant entgegenbringt.“ Flüsloh ist es wichtig, dass sein Beruf „nicht zur Routine wird, dass es aufregend bleibt.“ Nach seinem Kino-Debüt „Fünf Dinge, die ich nicht verstehe“ nimmt er weiter Filmrollen an. Bei der nächsten Berlinale ist er auf der Leinwand als Kriegsheimkehrer zu sehen.

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