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Hengesbach Gallery: Gebäude, die sich selbst betrachten

Hengesbach Gallery: Gebäude, die sich selbst betrachten

Thomas Huber stellt in der Hengesbach Gallery aus.

Elberfeld. Die glatten Oberflächen der Gebäude sind bunt bemalt, oftmals mit kontrastreichen Rot- und Blautönen und hell-dunklen Schattierungen. Die gewohnte Perspektive scheint teilweise zu kippen oder mit Details, die erst auf den zweiten Blick deutlich werden, neue Interpretationsmöglichkeiten zu geben. „Das besondere an diesen quaderhaften Gebäuden ist, das sie sich selbst zu beobachten scheinen,“ sagte Galerist Rolf Hengesbach bei der Eröffnung seiner neuesten Ausstellung — er präsentiert in seiner Elberfelder Galerie Aquarelle des Schweizer Künstlers Thomas Huber.

Rund 50 Besucher kamen zur Vernissage und folgten gebannt Hengesbaches Ausführungen zu den neuen Werken. Er kennt die Künstler, deren Werke er ausstellt, meist über einen längeren Zeitraum: „Die Zusammenarbeit ist häufig langfristig ausgerichtet. Werke von Thomas Huber habe ich auch schon in Berlin ausgestellt.“ Die Werke eines Künstlers würden umso greifbarer, je intensiver sich Hengesbach mit den Künstlern auseinandersetzen konnte.

Ebenso wie die Oberflächen spielen die Türen bei Huber eine wichtige Rolle. Hengesbach: „Durch die Türen in den Gebäuden wird deutlich, wie klein respektive groß Menschen in Relation zu den Gebäuden sind. Das wirft Fragen auf: Wo stehen wir in den Bildern und den sich ergebenden Räumen — wie im Verhältnis zur Welt?“

„Die Bilder lassen vielfältige Interpretationsmöglichkeiten zu und regen zum Nachdenken an. Vielleicht spiegeln die Farben unsere persönlichen Seiten wieder,“ sagt der Wuppertaler Helmut Jagla. So ließen sich die Bilder nicht unbedingt auf den ersten Blick vollständig verstehen. Ein zur Vernissage angereister Künstler ergänzt: „Der erste Eindruck, den die Bilder vermitteln, verflüchtigt sich schnell wieder. Das sehe ich als sehr positiv, denn die Bilder drängen sich nicht auf. Vielmehr offenbaren sie sich nach und nach.“