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Harmonie der Seelenverwandten

Harmonie der Seelenverwandten

Das Konzert für Orgel und Trompete begeisterte das Publikum.

Wuppertal. Die beiden kennen sich seit ihrer Teenager-Zeit. Auch wenn sie unterschiedliche Wege gingen, verbindet sie viel. Jetzt spielten Uwe Komischke und Torsten Pech gemeinsam in der Kirche am Kolk.

Der eine kommt aus Schwelm, blies damals schon durch gebogene Messingrohre. Der andere, ein Elberfelder, schickte Luft durch eine Vielzahl Pfeifen. Beide wurden Berufsmusiker: Uwe Komischke ist seit 1997 Trompetenprofessor in Weimar, Thorsten Pech sitzt regelmäßig an Wuppertaler Orgeln und leitet Chöre.

Die beiden verloren sich nicht aus den Augen, sie gehen immer wieder zusammen auf Konzertreisen. Gerade waren sie erneut unterwegs und verhalfen zum Abschluss ihrer Tournee der Reihe „Sommerabendkonzerte bei Kerzenschein“ in der Kirche am Kolk zu einem gebührenden Jahresausklang.

„Hier stehe ich: Ich kann nicht anders. Amen“. Das sind die berühmtesten Worte Martin Luthers. Anlässlich des diesjährigen Lutherjahrs war das Programm des Duos adäquat zusammengestellt, dem sie frei nach Luther die Überschrift „Hier stehen wir … wir können auch anders“ gaben.

Selbstverständlich kamen ausschließlich Luther-Lieder von der Orgelempore, überwiegend Vertonungen von barocken Meistern wie Johann Sebastian Bach, Johann Ludwig Krebs und Georg Böhm für Orgel und Orgel plus Trompete beziehungsweise Corno da caccia (Jagdhorn). Dazwischen rezitierte Pech fünf kurze Luther-Statements beispielsweise über die Musik, die Fröhlichkeit und das Sterben.

Seelenverwandt harmonierten die beiden Vollblutmusiker. Die außerordentlich variablen und sensiblen Töne aus den beiden Blechblasinstrumenten gingen mit den feinfühligen und abwechslungsreichen Orgelklängen eine erstklassige Symbiose ein.

Pechs kompositorisches Können bewies die Aufführung seiner Luther-Paraphrase „Nun freut euch lieben Christen g’mein“ und seiner „Fantasia pro Pace“. Beide Werke ließen hinsichtlich Tonsatz sowie Umgang mit Orgel und Blasinstrument keine Wünsche offen. Das zahlreich erschienene Publikum bedankte sich zurecht mit begeistertem Beifall für die kurzweilige und gehaltvolle Musikstunde. Folglich spielten Komischke und Pech als Zugabe das ganz berühmte Lutherlied „Jesus bleibet meine Freude“ in der Bach-Version (BWV 147) sehr beseelt.