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"Hairspray" im TiC: Zuschauer tanzen vor Begeisterung

"Hairspray" im TiC: Zuschauer tanzen vor Begeisterung

Mit der dritten Inszenierung am TiC gelingt Musical-Star Patrick Stanke eine schmissiges Stück mit viel Situationskomik.

Cronenberg. Statt Nierentischen und Rüschendeckchen servieren Patrick Stanke und Kerstin Faber im TiC-Atelier poppiges Rosa und abstrakte 60er-Jahre-Formen. Im 1962 spielenden Musical „Hairspray“ bringen sie das Flair der Zeit auf die Bühne, indem sie die typischen abgerundeten Kanten und asymmetrischen Formen zitieren.

So schläft die Hauptfigur Tracy nicht in einem realen Bett, sondern klebt mit einer Bettdecke an einem aufrecht stehenden, entsprechend geformten Bühnenelement. Natürlich spielen auch hochtoupierte Frisuren eine große Rolle. Dezente Bildeinspielungen an der Rückwand verstärken das Thema — die Präsenz im neuen Medium Fernsehen. Direkt und lebendig wirkt das Musical aus dem Jahr 2002.

Tracy, ein dicklicher Teenager aus einfachem Elternhaus, kämpft dafür, dass auch Minderheiten im Fernsehen auftreten dürfen. Ihr Traum ist es, in der Corny-Collins-Show zu tanzen, die eigentlich schlanken, gut aussehenden Mädchen vorbehalten ist. Partner in ihrem Kampf findet sie im farbigen Geschwister-Paar Seaweed und Inez.

Neben den Laien treten diesmal etliche ausgebildete Musical-Darsteller im TiC auf. Dadurch ist die musikalische Qualität sehr hoch, aber natürlich auch unterschiedlich ausgeprägt. Sehr schön gestaltet Kristina Molzberger die Hauptfigur Tracy, mit guter Stimme und mitreißender Begeisterung. Kristof Stößel als ihre Mutter hat nicht nur die Lacher auf seiner Seite, sondern beherrscht mit seiner Bühnenpräsenz das Geschehen. Voller Witz stellen Robert Flanze den leicht verrückten Vater und Jennifer Pahlke die ungelenke, Kaugummi kauende Freundin Penny dar. Tarik Dafi tanzt sich als Seaweed schnell in die Herzen der Zuschauer.

Sie alle arbeiten gemeinsam daran, dass Tracy in der Show zur Miss Teenage Hairspray gewählt wird. Produzentin Velma (Isabelle Rotter) keift jedoch dagegen. Sie schickt ihre Tochter Amber ins Rennen, die Sophie Schwerter mit viel Augenklimpern als kindliches Blondchen spielt.

Musical-Star Patrick Stanke hat mit seiner dritten Inszenierung am TiC ein schmissiges Musical geschaffen, das von Situationskomik lebt. Dana Großmanns Choreografien sind abwechslungsreich und bieten einen echten Augenschmaus. So fordern die Zuschauer im TiC-Atelier nicht nur eine Zugabe, sondern viele stehen dabei sogar von ihren Plätzen auf und beginnen mitzutanzen.