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Gut gesummt: Silvesterkonzert in der Wuppertaler Stadthalle

Gut gesummt: Silvesterkonzert in der Wuppertaler Stadthalle

Mitmachen erwünscht: Beim Silvesterkonzert mussten die Gäste mitsummen.

Wuppertal. Das Jahr ist zwar noch nicht ganz zu Ende — aber dennoch ließen es hunderte Gäste im voll gefüllten großen Saal der Stadthalle am Mittwochabend beim Silvesterkonzert bereits feierlich ausklingen. Das Philharmonische Orchester Tirgu Mures unter Franz Lamprecht bereitete einen schwungvollen und unterhaltsamen Abend mit Polka, Walzer und Co. — und mit Musik aus Österreichs Hauptstadt. „Ein Silvesterkonzert ohne Musik aus Wien ist wie Sekt ohne Alkohol“, sagte Lamprecht. Und so waren im Programm vor allem die Werke der Familie Strauß vertreten.

Lamprecht moderierte zugleich und wusste zu vielen Stücken eine Anekdote zu erzählen. So erklärte er, dass Josef Strauß schon damals, Mitte des 19. Jahrhunderts, die Emanzipation der Frau unterstütze: „Das Stück ‚Die Emanzipierte’ hat er deshalb seiner Frau gewidmet.“ Aber auch Franz Lehár wurde gespielt, beispielsweise mit dem Stück „Wien, du bist das Herz der Welt“, bei dem das Orchester Unterstützung von Tenor Erwin Feith erhielt. Von seiner kraftvollen Stimme und den Klängen des Orchesters war das Publikum sichtlich begeistert.

Für jedes seiner Stück, betrat Feith die Bühne in einem anderen Kostüm: mal mit Hut, Stock und weißem Schal, mal in asiatischen Gewändern oder Jägertracht. Doch auch das Orchester selbst wusste den Abend, zu dem der Symphonische Chor Wuppertal geladen hatte, unterhaltsam zu gestalten — etwa als die Musiker gleich zwei Mal zu „Farewell“ von Josef Strauß ansetzten mussten, da die Noten der ersten Geige beim Schlagwerk lagen — oder auch mit dem Carl-Zeller-Stück „Wie mein Ahn’l zwanzig Jahr“, bei dem das Publikum summend mithelfen musste. Während des Refrains brummte es deshalb gewaltig aus dem Zuschauerraum.

Außerdem gestaltete sich das Stück „Nachtschwärmer“, ein Lied über das „trinkfreudige Wien“, von Carl Michael Zieher für ein Orchester eher ungewöhnlich, da die Musiker auf einmal im Chor zu singen begannen und gar ein Liedchen pfiffen. Doch auch bedächtigere Stücke wurden gespielt. Zu Lehárs „Von Apfelblüten einen Kranz“ überzeugte Feith mit seiner starken Stimme und das Orchester mit seinen gefühlvollen Klängen.