Große Wolken bei der Wiedereröffnung

Große Wolken bei der Wiedereröffnung

Am Mittwoch haben die beiden neuen Leiterinnen die Backstubengalerie an der Schreinerstraße wiedereröffnet.

Wuppertal. Seit Mittwoch ist sie wieder eröffnet: Die Backstubengalerie. Am Neujahrstag haben Sabine Kremer und Karin Schwertner die Galerie bezogen. Schon vor der Eröffnung brachten sie jede Menge Leben und Kunst in die Bude und haben für die Zukunft viele Ideen.

So wollten die Nachfolgerinnen von Christine Ostermann die Eröffnung in der guten alten Tradition des „Mittwochstreffs“ durchführen. Damit Besucher in der Galerie an der Schreinerstraße direkt etwas zu gucken hatten, schmückten sie die Räume mit Werken von Künstlerkollegen und eigenen Arbeiten. „Ich habe meine Ausstellung im Schloss Wuppertal abgebaut und hier aufgestellt“, sagt Sabine Kremer. Ab 19. Februar gibt’s dann die erste reguläre Ausstellung mit Bildern von Enric Rabasseda.

Die Vorbereitungen für die Eröffnung der Backstubengalerie waren anstrengend. Denn die Hängung von Teresa Wojchiechowskas „Horizonte“ ist nicht gerade einfach. Es dauert, bis die fünf Wolkenbilder — darunter ein fast vier Quadratmeter großes Querformat — über der großen Vitrine im Vorderraum angebracht sind. Mit tatkräftiger Unterstützung durch den Kollegen Guido Scholz gelang den Galerieinhaberinnen der Kraftakt.

Während einer Kaffeepause nahmen sich Sabine Kremer und Karin Schwertner aber die Zeit, mit der WZ über ihre Pläne zu sprechen: Die Rabasseda-Schau sei erst der Anfang, erzählen die beiden gut gelaunt. Im März soll Fabian Freese, der sein Atelier um die Ecke in der Wülfrather Straße hat, hier seine „Mixed-Media“-Arbeiten zwischen Malerei und Fotografie zeigen. Mit Anfang 30 ist Freese mehr als eine Generation jünger als die frischgebackenen Galeristinnen. „Unsere Künstler dürfen jünger sein als wir.“ Kremers Augen blinzeln hinter ihren Brillengläsern. „Was wir spannend finden. Vor allem wenn wir damit junge Leute ansprechen.“

International wird es danach mit der Ausstellung von Luoke Chen, der ein Wanderer zwischen Wuppertal und Taiwan ist.

Die Planung des Duos reicht bis zu einer Gruppenausstellung im Dezember. Ein halbes Dutzend Interessenten hätten sich bereits gemeldet. „Wir beantworten jede Anfrage — wir wollen eine liebe Galerie sein.“

Noch während des Gesprächs schauen die ersten Besucher herein. Ein Mann aus Cronenberg ist zufällig in der Gegend und sucht ein Geschenk für seinen Sohn. Von Sabine Kremer lässt er sich den Galerieshop zeigen, der Schmuck, Designergeschirr und Spiele aus eigener und befreundeter Produktion bietet. Der Clou ist die „Art-Wundertüte“ — liebevoll verpackte Bilder im Miniformat 5 mal 5 Zentimeter. Zum denkbar günstigen Preis von zehn Euro.

Teresa Wojchiechowska, die Schöpferin der „Horizonte“, hat einen Topf Narzissen mitgebracht und wünscht „ein schönes neues Jahr und einen guten Anfang“. Ihre Begleiterin Maria Pienkowski fragt, ob sie ihre Skulpturen einmal hier ausstellen dürfe. Die beiden Galeristinnen wollen sich das überlegen. Passend zu den Narzissen überreicht eine andere Besucherin frische Tulpen.

Weiterhin einen festen Platz haben in der Backstubengalerie die Bilder von Christine Ostermann. Gleich wenn man zur Tür hereinkommt, blickt man auf eine ihrer Stadtansichten.

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