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Geschenk fürs Museum: "Wächter" bleiben in Wuppertal

Geschenk fürs Museum: "Wächter" bleiben in Wuppertal

Mäzen Eberhard Robke macht es möglich: Der Kunst- und Museumsverein erwarb ein zeitgenössisches Werk von Matthew Benedict.

Wuppertal. Was wünscht man sich zum 70. Geburtstag? Blumen, spendable Gäste und einen kurzfristig gut gefüllten Gabentisch? Oder das Gegenteil: keine schnell verwelkenden Grüße und auch keinen großen Rummel um die eigene Person, sondern lieber etwas für die Ewigkeit?

Eberhard Robke wollte keines von beidem so ganz - und doch irgendwie etwas von alledem. Der Wunsch des Wuppertalers war alles andere als alltäglich, sondern bescheiden und unbescheiden zugleich.


Robke hatte ein einziges Gemälde im Kopf - nicht mehr, aber vor allem auch nicht weniger. Nun ziert das ausgesuchte Kunst-Stück, Matthew Benedicts "The Guards" (2001), allerdings nicht sein Wohnzimmer, sondern das Von der Heydt-Museum - als Dauerleihgabe des Kunstvereins. Denn in Zeiten, in denen man sich nicht aus der Museumskasse bedienen kann, um mit Neuankäufen zu wuchern, hatte Robke eine Idee, die sich nun ausgezahlt hat: Statt den Gabentisch individuell zu bereichern, sollten seine Gratulanten lieber spenden.

Großformatiges Schnäppchen: Robke sammelte Spenden


Wie viel dabei am Ende herausgekommen ist, möchte der Vorsitzende des Kunst- und Museumsvereins nicht verraten. Denn ein Mäzen genießt - und schweigt. Aber nur, was das Finanzielle betrifft. "Das Bild ist toll", schwärmt Robke, der das neue Schmuckstück gemeinsam mit Gerhard Finckh ausgesucht hat.

So viel ist dem Leiter des Von der Heydt-Museums immerhin zu entlocken: Der Preis für das zeitgenössische Werk liegt im fünfstelligen Bereich. Für Finckh ist es ein Schnäppchen: "Wir haben das Bild kräftig heruntergehandelt und zu einem Sonderpreis bekommen."


Kein Wunder: Wuppertal würdigte den Künstler mit seiner ersten Einzelausstellung in einem Museum - da kann man sich im Gegenzug ruhig dankbar zeigen. Benedict tat es - obwohl oder gerade weil er in der Kunstszene bereits etabliert und auf Schnäppchenpreise eigentlich gar nicht angewiesen ist.

"Die Ausstellung in der Kunsthalle lief für ihn sehr gut, auch viele Privatleute haben Bilder gekauft", sagt Finckh, für den der US-Künstler bestens ins Programm passte. "Wir wollen in Barmen interessante, junge Kunst zeigen" - also "aufstrebende Künstler, die schon einen eigenen Stil entwickelt und etwas vorzuweisen haben".


700 Besucher bewunderten Benedicts gerade zu Ende gegangene Schau in Barmen. Dass sein großformatiges Werk "The Guards" ("Die Wächter") nun in Wuppertal bleibt, freut Finckh natürlich - nicht zuletzt, weil er der festen Überzeugung ist, dass Benedicts Marktwert weiter steigt.

"Wir wollen unsere Sammlung auf die Zukunft ausrichten und noch mehr Gegenwartskunst ins Museum holen." 3000 Gemälde besitzt der Kunsttempel bereits. Das neue kommt allerdings erst einmal ins Depot. Finckh verspricht aber: "Es wird öffentlich ausgestellt - wenn wir die Sammlung im Herbst neu hängen."