TiC-Atelier: Für Musical-Gourmets

TiC-Atelier : Für Musical-Gourmets

„Anything Goes“ begeistert im TiC-Atelier.

Wuppertal. Bis heute hält der Transatlantik-Liner SS United States das Blaue Band für die schnellste Atlantiküberquerung eines Passagierschiffs. Der MS America gebührt wohl eines für die rasanteste.

MS America heißt der Dampfer, auf dem Cole Porters Musical „Anything Goes“ spielt. Im Atelier des TiC ging sie wieder auf große Fahrt. „Anything Goes“ stammt aus der goldenen Swing-Ära, mit dem Musical starteten etliche Titel wie „I Get A Kick Out Of You“ ihre Reise um die Welt. Ralf Budde hat für seine Inszenierung Ballast abgeworfen und die Rollenausstattung der kleinen Bühne angepasst.

Stefan Hüfner hat das Arrangement geschrieben, für eine Big-Band-Besetzung, wie sie auf einem solchen Schiff in den ausgehenden 30er-Jahren zu erwarten ist. Und Dana Großmann lieferte eine Choreografie dazu, dass der Zuschauer sich in einen der großen Musical-Tempel versetzt fühlt. Es ist eine bunte Gesellschaft, die da in New York an Bord geht: Börsenhaie, Priester, englischer Adel, flüchtige Verbrecher. Als sich Billy (Christopher Geiß), seiner Liebe Hope (Charlotte Reinke/Lara Sienczak) folgend, als blinder Passagier an Bord mogelt, schaltet die Handlung auf „volle Kraft voraus“. Denn auch Reno (Jennifer Pahlke/Sophie Schwerter) hat ein Auge auf ihn geworfen.

Die Premiere kam wie ein frischer Seewind daher. Die intelligenten, oft frechen Texte machen Spaß. Dazwischen blitzt schon mal englischer Humor auf. Das Timing saß auf dem Punkt, die Musik nahm einen mit, das Tanzen sah so leicht aus. Was das TiC da auf die Beine gestellt hat, kann man ein Käptns Dinner für Musical-Gourmets nennen — unbedingt einschiffen.

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