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Festival erinnert an Peter Kowald

Festival erinnert an Peter Kowald

Zum 70. Geburtstag der Jazz-Legende gibt es Konzerte, Filme und eine Ausstellung mit Kowald-Bildern.

Wuppertal. Am 21. April wäre Peter Kowald 70 Jahre alt geworden — Anlass für die nach ihm benannte Peter-Kowald-Gesellschaft (PKG), in diesem Jahr für das vor zwölf Jahren verstorbene Jazz-Idol ein regelrechtes Festival zu veranstalten. Am morgigen Donnerstag, 8. Mai, startet „Global Village — Peter Kowald 70“ mit neun Terminen.

Peter Kowald (1944-2002) war ein Pionier des Free Jazz. Zu seinen Ehren veranstalten (re. oben) Klaus Bocken, Anne-Kathrin Reif und Wolfgang Schmidtke von der Peter-Kowald-Gesellschaft ein Festival, bei dem ab Donnerstag prominente Musiker wie Gunda Gottschalk und Günter „Baby“ Sommer auftreten. Foto: Uwe Schinkel; Archiv-Fotos (3): Gerhard Bartsch/Peter Rytz/Andreas Bischof

Natürlich gibt es dabei ein musikalisches Kernthema — „wenngleich es nicht leicht war, Schwerpunkte zu setzen und eine Auswahl zu treffen“, wie Wolfgang Schmidtke sagt, selbst Jazzmusiker und seit der Gründung 2003 Vorsitzender der PKG. Aus der Fülle möglicher Programmbeiträge sollte eine direkte Beziehung zu Peter Kowald gegeben sein. Glanzpunkte stellen nun drei Kontrabassisten dar, darunter der Echo-Preisträger Sebastian Gramms.

Ihm wurde unter anderem die interessante Aufgabe übertragen, eine improvisierte Arbeit zu transkribieren, wie Schmidtke ausführt. Dazu wurde eine alte Plattenaufnahme Peter Kowalds abgehört und die damals spontan gespielten Töne, Melodien, Rhythmen und Linien notiert.

Aufgeführt werden soll diese somit als Notenwerk für die Nachwelt erfasste Musik auf einem Kontrabass, auf dem Peter Kowald früher selbst spielte (Freitag, 9. Mai, 21 Uhr, Ort). Zusammen mit Günter „Baby“ Sommer, Schlagzeuger und Freund Kowalds, und Dieter Manderscheid, Grandseigneur des Kontrabasses, spielt Saxophonist Schmidtke bei „Remembering Peter Kowald“ (Samstag, 10. Mai, Café Ada).

„Schlagwerk, Bläser und er selbst am Kontrabass gab es oft bei Kowald“, sagt Schmidtke. Die Beteiligten dieses Trios kennen sich zwar aus anderen Konstellationen, spielen in dieser Form aber zum ersten Mal in Gedenken an Peter Kowald, ohne ihn zu reproduzieren.

Mit anderen Assen am Kontrabass wie Robert Landfermann, William Parker oder dem Wuppertaler Improvisationsorchester um Violinistin Gunda Gottschalk locken weitere Höhepunkte. Leicht sei es gewesen, die vielen renommierten Musiker nach Wuppertal zu bekommen, sagt Schmidtke. Denn Kowald schätzen alle. Das Festival, das Freitag, 30. Mai, mit einem Konzert im Skulpturenpark ausklingt, verspricht nicht allein ein Ohrenschmaus zu werden. Komplettiert wird das Festival durch zwei Filme und eine Ausstellung.

Letztere wurde von Klaus Bocken aus dem PKG-Vorstand mit Jorgo Schäfer konzipiert und ist im „Ort“ an der Luisenstraße zu sehen. Gezeigt werden Bilder des Multitalents Kowald — der nicht nur ein bahnbrechender Musiker war und sieben Sprachen fließend sprach, sondern mit seinen Gebrauchsgrafiken beispielsweise Plattencover gestaltete (Malerei und Zeichnung, zur Vernissage am Freitag, 9. Mai, 19 Uhr, spricht Anne-Kathrin Reif).

Ebenso sehenswert dürften die„Chicago Improvisations“, ein Film von Laurence Petit-Jouvet, und David Klammers Videodokumentation „365 Tage am ort“ (beide Donnerstag, 8. Mai, ab 20 Uhr im Ort) sein.