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Eugen Egner: Von der Kunst des Sparens

Eugen Egner: Von der Kunst des Sparens

Der Wuppertaler konzipierte mit dem Ensemble Sonorfeo die erste „Sparoper“ der Opernliteratur.

Westdeutsche-Zeitung: Herr Egner, Sie haben das Libretto geschrieben. Woran sparen Sie in der Oper "Olga La Fong"?

Eugen Egner: Eingespart werden der Gesang, die Arien, eine Partitur, die szenische Umsetzung. Das Orchester ist auf vier Instrumente reduziert. Es gibt genau zweieinhalb Sprecher. Denn schließlich kommt die Oper ohne jedes Budget aus.

WZ: Entwickeln Sie also alles frei improvisierend aus dem Moment heraus?

Egner: Nein, es gibt schon eine Struktur, eine Art Konzept und sogar eine Ouvertüre. Wir haben die Sparoper gut vorbereitet. Dennoch ist der Inhalt nicht unbedingt linear nachvollziehbar, aber mit Bedacht gewählt. Er ist im Bereich des Märchens, des Surrealen angesiedelt. Da hinein bricht die Tagesrealität, bei uns ist es der Ärger mit der Telekom, die auch extrem spart, nämlich am Service. Das habe ich selbst hautnah erlebt.

WZ: Woher stammt der Titel?

Egner: Der ist aus einem W.C.-Fields-Film entlehnt. Das ist der amerikanische Komiker, der als Jongleur begann und den Umschwung vom Stummfilm zum Tonfilm bravourös meisterte. Von ihm stammt der Ausspruch: "Wer kleine Kinder und Hunde hasst, kann kein wirklich schlechter Mensch sein." Das "La Fong" zergeht so auf der Zunge, es gefiel mir einfach.

WZ: Woran haben sie nicht gespart bei Ihrer ersten Oper?

Egner: Das ist eine gute Frage. Vielleicht an Ideen, Kreativität und Originalität. Daran ist "Olga La Fong" reich.

WZ: Wie klingt die Musik?

Egner: Mit der Flöte, der Violine, dem Cello und meiner E-Gitarre entsteht ein Sound, der es in sich hat. Ich liebe es nämlich, Krach zu machen. Ich habe ja früher viel Musik gemacht, aber seit 20 Jahren pausiert. Als ich das Ensemble Sonorfeo vor drei Jahren mit seiner frei improvisierten Musik hörte, wollte ich unbedingt etwas mit ihm zusammen machen.

WZ: Ist die Spar-Oper abendfüllend?

Egner: Nein, sie dauert etwa 35 Minuten. Davor lese ich aus meinen Texten, Sonorfeo improvisiert Musik dazwischen. Im dritten Teil gibt es etwas mit Tanz von unserem Sprecher David Becher. Das wird auch ganz spannend.

WZ: Wie geht es weiter? Ist eine neue Oper geplant?

WZ: Vielen Dank für das Gespräch.