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Es schnurrt und kreischt im Skulpturenpark

Es schnurrt und kreischt im Skulpturenpark

Jazzer Peter Brötzmann und Steve Noble liefern sich einen packenden Dialog.

Wuppertal. Mit einem Knall geht es los — sofort füllt Musik auch den letzten Winkel des Glaspavillons im Skulpturenpark Waldfrieden aus. Auf der Bühne treten ein Schlagzeug und ein Saxophon in rege Konversation. Mal klingt es wie ein Streitgespräch, mal wie eine Plauderei unter Freunden — Peter Brötzmann und Steve Noble sind erstmals zu Gast im Skulpturenpark. Mit „Conversation“ treten sie im Zuge der Konzertreihe Klangart auf. Brötzmann gilt als Pionier des europäischen Free-Jazz.

Seine Musik folgt keinem erkennbaren Rhythmus. Die Zuschauer sind begeistert und brechen nach dem ersten Teil der Konversation in Jubel und Pfiffe aus. Mal schnurrt das Saxophon von Brötzmann wie eine Katze, mal kreischt es auf und steigert sich zu immer schrilleren Tönen - man möchte sich fast die Ohren zuhalten. An einigen Stellen gewinnt das Schlagzeug die Oberhand. Steve Noble bearbeitet es mit dem ganzen Körper — nicht nur die Sticks kommen zum Einsatz, auch seine Hände und Ellenbogen.

Unter den Zuschauern befinden sich einige treue Fans. „Brötzmann ist mir schon seit 40 Jahren bekannt“, sagt Michael Grobel. „Das Konzert ist super, wie immer.“ Auch Hans Hebecker kennt Brötzmann aus Jugendzeiten: „Er hat damals schon tierisch gespielt und spielt heute noch tierischer.“

Die beleuchteten Skulpturen im Park tragen ebenso zur verzauberten Atmosphäre bei wie der unverwechselbare Klang des Saxophons. Und auch Brötzmann selbst scheint zufrieden. „So ein begeistertes Publikum habe ich in Wuppertal nicht erwartet“, dankt er seinen Zuhörern.