Erfreulich anspruchsvoll

Nicht zuletzt aus der Kinder-Perspektive kam das Stück bestens an. „Das war toll!“, rief ein Junge aus Reihe neun, lauthals auflachend, noch während der Aufführung — nachdem auf der Bühne ein Schimpf-Spruch gefallen war.

Zwei Reihen davor wurde nicht nur begeistert zugehört — auch das Bühnenbild wurde kritisch gemustert. „Das ist aber kein echter Wald!“, meinte ein junger Zuhörer noch vor Vorstellungsbeginn.

In der Tat: Monika Frenz (Bühne und Kostüme) hat die Kulisse als Mischung aus Märchen und Moderne gestaltet. Es gibt viele liebevoll entworfene Details, die durchaus für Theaterzauber sorgen. Gleichzeitig wird auf allzu viel Naturalismus verzichtet und ist deshalb nicht zu übersehen, dass es sich um Theater handelt. Das Ergebnis ist kein betulich-anheimelndes Kinderstück, sondern ein anspruchsvolles Familien-Spektakel, das auch kleine Zuschauer ernst nimmt und fordert. Die Bühnen empfehlen den Abend „allen Menschen ab sechs Jahren“. Womöglich verstehen die allerjüngsten Gäste nicht jede ironische Spitze — auf jeden Fall aber haben sich die Macher so viel ausgedacht, dass weder kleinen noch großen Zuschauern langweilig werden dürfte.

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