„Einfach nur Farbe“: Kunst aus ungewöhnlichem Material

„Einfach nur Farbe“: Kunst aus ungewöhnlichem Material

Gisela Kettner stellt im K1-Artcafé aus. Sie verarbeitet auch Spülmittel-Flaschen und Polyster-Schaum.

Wichlinghausen. „Einfach nur Farbe“ — das Motto der derzeitigen Ausstellung von Gisela Kettner spiegelt sich schon auf den ersten Blick in den Räumen des K1-Artcafés. Dort können bunte Malereien begutachtet werden, von denen manche sogar von der Decke hängen.

Sofort fällt die bunte Mischung der (oft geometrischen) Formen und Farben auf, die diese Ausstellung kennzeichnet — die hellen, kräftigen Töne geben Hoffnung auf einen baldigen Frühling.

Die Werke erinnern größtenteils an Aufnahmen aus der Natur: „Ich beschäftige mich sehr mit dem Entstehen und Vergehen von Natur und wollte das mit der Kunst verbinden“, sagt die Malerin. Die Nähe zur Natur unterstreichen die fröhlichen Farben. Man sieht überall kräftige Grün-, Lila-, und Rottöne. Letztere strahlen besonders auf dem einzigen Selbstporträt der Ausstellung: Das Werk ist vor allem wegen der flammend roten Haare ein Blickfang.

Es fällt sofort auf, dass die Künstlerin nicht nur herkömmliche Materialien zur Herstellung ihrer Kunstwerke verwendet hat — oft erkennt man erst auf den zweiten Blick, worum es sich wirklich handelt. „Ich wollte mich herausfordern, Material einzusetzen, das so noch nicht in der Kunst benutzt wurde“, sagt die naturbegeisterte Künstlerin.

Ein Blick auf ihre Werke zeigt, was sie meint: „Recycling Butterflies“ sind bunt bemalte Schmetterlinge, die von der Decke baumeln. Doch diese sind nicht aus Pappmaché geformt, wie man vermuten könnte, sondern aus alten Spülmittel-Flaschen. So werden diese interessant wieder verarbeitet und stellen mit den kräftigen Farben echte Kunstwerke dar.

Doch es gibt noch mehr ungewöhnliche Materialien zu entdecken: Bei mehreren Werken wurde Polyester-Schaum zum Einsatz gebracht, der für interessante Formen auf den Bildern sorgt, die sich vom restlichen Teil hervorheben. Besonders beeindruckend wirkt diese Technik bei der Serie „Wabi Sabi“. Sie ist eher durch zurückhaltende Farben wie Weiß, helles Gelb und Schwarz gekennzeichnet, der Polyester-Schaum macht sie aber zu etwas Besonderem. Es wurden zudem nicht nur Leinwände und Holzplatten bemalt, sondern auch tiefe Schalen.

Auch das Mobile „Transparent“ erzeugt tolle Effekte. Man würde eigentlich meinen, dass es mit seinen gedeckten Farben wie Grau und Schwarz nicht recht zu den strahlenden Farben der anderen Werke passt. Die Transparenz der Bilder sorgt allerdings dafür, dass die anderen Farben des Raumes durch die Bilder durchscheinen können, was eine ganz neue Wirkung erzeugt.

“ „Einfach nur Farbe“ ist bis zum 23. April im K1-Artcafé, Oststraße 12, zu sehen — dienstags bis samstags von 17 bis 22 Uhr. Montag und Sonntag sind Ruhetage.

k1artcafe.de

Mehr von Westdeutsche Zeitung