Konzert in Wuppertal: Eine Zeitreise ins 18. Jahrhundert

Konzert in Wuppertal : Eine Zeitreise ins 18. Jahrhundert

Uptown Classics in der Friedhofskirche.

Bei der dritten Auflage der Reihe „Uptown Classics“ dieser Spielzeit in der gut besuchten Friedhofskirche gab es eine Zeitreise zurück ins 18. Jahrhundert. Werke von zwei populären Komponisten und einem weniger geläufigen Künstler lagen bei dem Sinfonieorchester Wuppertal auf den Pulten.

Aus England hatte Generalmusikdirektorin Julia Jones Noten von William Boyce mitgebracht, und zwar die seiner fünften Sinfonie in D-Dur. Er verfasste zahlreiche sakrale und weltliche Vokalwerke, an Instrumentalmusik acht Sinfonien, 15 Triosonaten, 12 Ouvertüren, drei Concerti grossi und Klavier- und Bühnenwerke. Nach seinem Tod im Jahr 1779 geriet er in Vergessenheit. Erst seit dem letzten Jahrhundert wird allmählich sein instrumentales Oeuvre wieder aufgeführt.

Wolfgang Amadeus Mozarts Sinfonie concertante für Geige Bratsche und Orchester in Es-Dur (KV 364) dürfte dagegen allgemein bekannt sein, zählt sie doch mit zu den Wegbereitern der damals neuen sinfonischen Gattung für mehr als ein Soloinstrument und Orchester. Auch das sinfonische Schaffen Joseph Haydns ist in aller Munde. Nur stehen die späten Werke am häufigsten auf Konzertprogrammen. Doch auch die anderen sind Kleinode wie die an diesem Abend präsentierte Echo-Sinfonie (seine 38.) in C-Dur.

Die städtischen Sinfoniker spielten dem Zeitgeist entsprechend Kammerorchesterbesetzung. Unter den hin und wieder ausladenden Armbewegungen von Jones spielten sie sehr kultiviert auf, abgesehen von mehr als ein paar nicht wohlklingenden Tönen, die für jeden hörbar aus den beiden Naturhörnern kamen.

Auch der Echoeffekt im zweiten Haydn-Satz zwischen den beiden Geigengruppen wurde fein zum Ausdruck gebracht. In den beiden darauffolgenden Sätzen beeindruckte Andreas Heimann mit virtuosen und klangschönen solistischen Einlagen.

Ebenfalls als Solisten lösten Konzertmeister Yusuke Hayashi und die stellvertretende Solobratschisten Hikaru Moriyama bei Mozart Begeisterung aus. Ihr kongeniales Zusammenspiel, die Gestaltung der beiden Kadenzen, die spannende Gestaltung der musikalischen Linien wie ihre nuancierten Phrasierungen waren ein Hörgenuss.

Stehende Ovationen waren schließlich der Dank für ein Stündchen gediegener Musik aus der Früh- und Hochklassik, die als Zugabe in die Wiederholung des ersten Satzes der Echo-Sinfonie mündeten.

Mehr von Westdeutsche Zeitung