Kunstausstellung: Eine Schau, eine Halle, eine offene Zukunft

Kunstausstellung : Eine Schau, eine Halle, eine offene Zukunft

Kulturbüroleiterin Bettina Paust resümiert die Kunstausstellung Wuppertal 2019 im Haus der Jugend Barmen, die sie selbst kuratiert hat.

Sie war die erste Ausstellung regionaler Kreativer in der Kunsthalle Barmen seit 17 Jahren. Und: „Sie war ein Erfolg“, sagt Bettina Paust vorsichtig, ergänzt, dass man Erfolg nicht allein an Besucherzahlen messen könne. Die Kulturbüroleiterin hat die Ausstellung mit dem Titel „Achtzehn – Neunzehn“ kuratiert, die 18 Künstlerinnen und Künstler acht Wochen vom 3. Mai bis 30. Juni in Barmen präsentierte. Die Schau hängt eng mit den oberen fünf Räumen des Gebäudes zusammen, in denen sie zu sehen war. Sie befindet sich wie diese im Schwebezustand, weil Erfolg und Wollen einerseits noch keine Garantie für Bestand beziehungsweise Fortsetzung in der Zukunft andererseits bedeuten.

Die Ausstellung ist beendet, das Kulturbüro kann ein Resumee ziehen: Die absoluten Besucherzahlen liegen bei 1500, „ein Faktor unter vielen“ sei das, erklärt Paust, den es einzuordnen gelte. Weil auch der Ort (das oberste Stockwerk im Haus der Jugend in der Barmer Einkaufszone), die finanziell begrenzten Bewerbungsmöglichkeiten, das Rahmenprogramm, die Präsenz in den Sozialen Medien, die auf vier Tage beschränkten Öffnungszeiten und anderes mehr eine Rolle spielen. Weil das Kulturbüro keine Museumsleitung sei, sondern parallel weitere Projekte zu betreuen habe. „All das muss man für eine realistische Beurteilung heranziehen“, sagt Paust und ergänzt: „Vor diesem Hintergrund bin ich mit der Zahl zufrieden.“ Auch die finanzielle Bilanz der Ausstellung, die über Fördergelder, das Kulturbüro, Eintrittsgelder und den Katalogverkauf getragen wurde, sei zufriedenstellend. Die Zusammenarbeit mit den Künstlern und mit dem Team des Hauses der Jugend, habe supergut funktioniert. Zugleich habe sie ein positives Feedback erhalten, „was mir, auch von den hiesigen Künstlern, zurückgespiegelt wurde, war sehr erfreulich. Was die Auswahl der Künstler anging, die Zusammenstellung der Werke, die Einrichtung der Ausstellung“. Auch die „Artist Talks“, bei denen Theoretiker mit Praktikern in einen Dialog traten, seien sehr gut angenommen worden. Sie boten die Möglichkeit, vom konkreten Werk eines Künstlers zu grundsätzlicheren Kunstthemen vorzustoßen.

Bewährt habe sich auch das Jurorenteam, das bewusst auch ortsfremde Experten einbezog, die den völlig unbefangenen Blick von außen mitbrachten. Schließlich zog die frischgebackene Kulturbüroleiterin selbst einen Gewinn aus der Ausstellung, weil sie ihr gleich zum Start einen Überblick über die bildende Kunst in der Stadt verschaffte. Verbesserungswürdig sei dagegen die Ausschreibung, die einige Künstler nicht erreicht hätte, weshalb sie sich nicht beworben hätten.

Wie es weitergeht,
ist noch völlig offen

Bleibt die Frage, wie es weitergeht. Die Antwort sei offen – dafür müssten bestimmte Dinge geklärt werden, meint die Kunsthistorikerin und zählt auf: Wie die Ausstellung künftig aussehen solle, wer sie wo mache, wie oft sie stattfinden solle, wer sie finanziere. Dafür seien Partner nötig – die örtlichen Künstlervereinigungen, der Kunst- und Museums-Verein, das Von der Heydt-Museum, die freie Szene. Dafür müsse auch die Zukunft der Kunsthalle geklärt, ein Konzept erarbeitet werden. Die Ausstellungsmacher aus der Gründerzeit wollten regionale wie internationale Kunst zeigen. Bettina Paust beschreibt das im Vorwort des Ausstellungskatalogs so: Mit der aktuellen Ausstellung werde „jene Tradition wieder aufgegriffen, die ... herausragende internationale Gegenwartskunst ins Tal zu holen und gleichzeitig Künstler/innen mit ihren Werken zu präsentieren, die einen biografischen oder künstlerischen Bezug zu Wuppertal haben“. Ihr Fazit: „Die Wiederbelebung des Formats hat gut funktioniert. Nun müssen wir aber schauen, wie es weitergeht“.

Mehr von Westdeutsche Zeitung