1. NRW
  2. Wuppertal
  3. Kultur

Eine Filmmusik-Nacht mit Diamanten und Geheimagenten

Eine Filmmusik-Nacht mit Diamanten und Geheimagenten

„Die große Nacht der Filmmusik“ war ein Hit – trotz schlechter Moderatoren-Späße.

Wuppertal. So bedeutend Performance heutzutage für jedwede Art von Show Zeit ist, so wenig ist sie immer geglückt. Die große "Nacht der Filmmusik", zu der am Dienstagabend in der Stadthalle gebeten wurde, ist hierfür ein Beispiel. Eigentlich gab es alles, was einen sensationellen Abend verspricht: internationale Solisten, das Movie Sound Orchestra unter der Stabführung Gerald "Gerry" Meiers und Moderator Thomas Nicolai.

Aber der auch als "blonder Emil" und "Patrick Schleifer" bekannte Künstler war an diesem Abend im zur Hälfte gefüllten Haus nicht gerade in Top-Form. Zumindest ließen seine manchmal wie nass gewordene Knallfrösche bloß verpuffenden Scherzchen ahnen: Der Mann kann mehr.

Zum Beispiel strippen. Schließlich wurden die berühmtesten Filmmusiken, die "schönsten und größten Hits", so Nicolai, gespielt - von der Titelmelodie der "laufenden Betriebsnummer007" James Bond über das instrumentalgewaltige "Mission impossible" bis hin zu alten Ufa-Schlagern. Und mittendrin wurde aus "9 ½ Wochen" die offensichtlich unverwüstliche Joe-Cocker-Nummer "You can leave your hat on" geschmettert - und sich dabei gekonnt ausgezogen.

Am Endes konnten die Zuhörer entscheiden, was denn nun das größte Glanzlicht gewesen war: die sorgfältig geschnittenen Film-Loops, die ein kurzes Wiedersehen mit Daniel Craig, Pierce Brosnan oder Sean Connery bescherten, die hübsch anzusehenden Kostümschlachten, wenn die weiblichen Solisten in silbrig schimmernde Lammé-Kleider "Diamonds are forever" oder "Diamonds are a Girls best Friend" gaben, oder das phänomenal aufspielende Orchester, in dem jeder perfekt aufeinander abgestimmt funktionierte oder im Solo zeigte, was er kann.

Von "Casablanca" bis "Harry Potter" reichte das Spektrum. Ein Wiederhören gab es akustisch mit den Blues Brothers und Bee Gees, selbst die nicht mehr taufrische, aber noch immer hitverdächtige Melodie aus "Spiel mir das Lied vom Tod" fand ihren Platz neben der Nummer-eins-Schmachtnummer "My heart will go on". Und weil das alles so klangvoll und abwechslungsreich war, waren Nicolais etwas müde Witze nur Randerscheinungen an einem ansonsten famosen Abend.