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Drei Fragen an... Regisseurin Ingeborg Wolff

Drei Fragen an... Regisseurin Ingeborg Wolff

Wuppertal. Ingeborg Wolff führt im TiC-Theater erneut Regie. „Der zerbrochne Krug“ feiert am Freitag, 19. Oktober, um 20 Uhr Premiere an der Borner Straße. Infos zu weiteren Terminen und Karten gibt es unter Telefon 47 22 11.

Frau Wolff, Sie sorgen dafür, dass einer der bedeutendsten Klassiker der deutschen Literatur erstmals im TiC-Theater zu sehen ist. Bei den Gandersheimer Domfestspielen haben Sie zuletzt selbst die Marthe Rull verkörpert. Was bedeutet Ihnen „Der zerbrochne Krug“?

Ingeborg Wolff: Das Stück „Der zerbrochne Krug“ durfte ich ja schon zweimal auf der Bühne erleben: in der wunderbar skurrilen Figur der „Frau Brigitte“ bei den Wuppertaler Bühnen mit Jörg Reimers als Dorfrichter Adam und bei den Domfestspielen in Bad Gandersheim in der Figur der resoluten „Frau Marthe“, die sich vor Gericht Entschädigung für ihren „zerbrochenen Krug“ erstreiten will. Dort spielte Dietmar Bär den Adam. Es ist eine große Freude, dass ich dieses wunderbare Stück jetzt auch inszenieren darf — noch dazu mit einem großartig engagierten Team. Es geht ja auch um eine grandiose Idee: Ein Krug zerbrach — und auf der Suche nach dem Schuldigen geraten die Beteiligten vor dem Dorfgericht in einen Strudel von Lügen, Intrigen und Machtmissbrauch. Hinter der Fassade des Lustspiels von 1806 tun sich Abgründe auf, in denen wir wie in einem Spiegel das Heute erblicken. Täglich gehen sie um die Welt: die Nachrichten über Bestechlichkeit, Verschleierung und Korruption, die sich bei Kleist in zwerchfellerschütternder Komik um die Scherben des Kruges ranken. „Der zerbrochne Krug“ ist eine wunderbare Satire, die den „Saustall Welt“ in all seinen Facetten beleuchtet, ein Krimi, in dem die Justiz über sich selbst zu Gericht sitzt, und ein großes Vergnügen für das Publikum, das dabei zuschaut.

Welche weiteren Projekte stehen an?

Wolff: Ich freue mich sehr auf meine Gastrolle in der Oper „Die Bluthochzeit“ von Wolfgang Fortner bei den Wuppertaler Bühnen (Anmerkung der Redaktion: Die Produktion hat am 13. Januar 2013 Premiere im Opernhaus).

Sie gehörten jahrzehntelang zum Ensemble der Wuppertaler Bühnen. Wie nehmen Sie deren momentane Entwicklung wahr?

Wolff: Ich hoffe von ganzem Herzen, dass alle Sparten bei den Wuppertaler Bühnen erhalten bleiben, die Pläne für das neue kleine Haus zügig umgesetzt werden und die Künstler in dieser Stadt endlich den Stellenwert erhalten, den sie verdienen. thö

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