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Die Meister von morgen sind schon heute gefragt

Die Meister von morgen sind schon heute gefragt

Finckh gibt jungen Künstlern ein Forum.

Elberfeld. „Viel aktueller kann ein Museum nicht sein.“ Gerhard Finckh, Chef des Kunsttempels am Turmhof, steht vor drei Werken von Christian Hellmich und schwärmt von einem einzigartigen Gefühl: „Es ist toll, Bilder zu haben, die frisch gemalt und Gegenstand der Zeit sind.“ 2007 und 2008 hat Hellmich Farbwelten erschaffen, von denen sich die Gäste im Von der Heydt-Museum nun ein eigenes Bild machen können.

Dabei wartet Finckh nur darauf, dass vor den großformatigen Gemälden auch große Debatten geführt werden. „Hier sollen Diskussionen entstehen“, sagt der Museumsleiter mit Blick auf die zeitgenössische Kreativität. „Wir haben viele tolle Klassiker im Programm“, erklärt der Direktor. „Moderne Kunst hingegen ist nur ein kleiner Bereich.“

Umso glücklicher ist der 60-Jährige, dass Hellmichs Werke zu den jüngsten Neuzugängen zählen. In Elberfeld befinden sich seine Arbeiten in bester Gesellschaft: Schräg gegenüber lassen Francis Bacon und Gerhard Richter grüßen. Ob Hellmich tatsächlich in diese Reihe passt, muss sich allerdings erst noch zeigen.

„Wir geben jungen Künstlern gerne ein Forum, schauen aber auch kritisch, ob sie sich im großen Ausstellungsraum bewähren“, erklärt Finckh (Foto: Archiv) — wohl wissend, dass der Marktwert junger Talente deutlich steigt, sobald sie den Sprung in eine renommierte Museumshalle schaffen. Eine bessere Eigenwerbung können sie sich nicht wünschen.

Dabei gilt: „Wenn ein Werk ein Jahr lang hängt und man es dann immer noch interessant findet, hat es die Bewährungsprobe bestanden.“ Andernfalls hält sich der Hausherr ein Hintertürchen offen: Handelt es sich um eine Leihgabe, „können wir das Werk ja wieder zurückgeben“.