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Die beiden jüngsten Ausstellungen des Von der Heydt-Museums basierten auf dem eigenen Bestand.

Bilanz : 51 000 wollten Else und Oskar sehen

Im Februar endeten die beiden jüngsten Ausstellungen des Von der Heydt-Museums. Sie basierten auf dem eigenen Bestand.

Sie war die erste große Ausstellung, die das Von der Heydt-Museum Else Lasker-Schüler (1869 bis 1945) widmete. Und sie war eine erfolgreiche, findet Antje Birthälmer. Die endgültige Abrechnung stehe zwar noch aus, aber ein Minus erwarte sie nicht, sagt die kommissarische Museumsleiterin und Kuratorin der Schau. 27 000 Menschen haben die Präsentation zwischen dem 6. Oktober und 16. Februar im Gebäude am Turmhof besucht. Die anvisierten 30 000 wurden damit zwar verfehlt, so Birthälmer, aber die Idee, das Elberfelder Wunderkind, das in Deutschland und der Welt zur Außenseiterin wurde, im Kontext seiner künstlerischen Zeitgenossen zu zeigen, sei aufgegangen. „Wir haben viel positive Resonanz erfahren, zwei Drittel der Besucher kamen von außerhalb, auch aus München und Berlin.“ Viele Besucher, so die Kunsthistorikerin, lobten die dichte inhaltliche Konzeption. Die Menschen akzeptierten auch, dass die empfindlichen Arbeiten nur leicht abgedunkelt in den meist niedrigeren Räumen des ersten Obergeschosses zu sehen waren.

Leider hätte man die Ausstellung nicht intensiv bewerben können. Förderanträge mussten gestellt, die Kalkulation sensibler geführt werden als in früheren Zeiten, als das Museum dank Kunst- und Museumsverein noch über ein sattes finanzielles Polster verfügte. Es gelang, neben der Jackstädt Stiftung die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien und das NRW-Kulturministerium ins Boot zu holen, spätere Werbemaßnahmen hätten nach Weihnachten auch den Zuspruch spürbar erhöht, so dass an einem einzigen Tag 500 Besucher gezählt werden konnten.

Wenig beworben wurde die Ausstellung über Oskar Schlemmers (1888 bis 1943) Zeit in Wuppertal, wo er für den Lackfabrikanten Herberts arbeitete. 24 000 Besucher wollten die Präsentation sehen, die fast zeitgleich vom 3. November bis 23. Februar im zweiten Obergeschoss stattfand und insgesamt etwas kürzer geöffnet war. Birthälmer äußert sich diplomatisch über die Erkenntnis, dass der wohl berühmtere männliche Künstler nicht die Nase vorn hat: „Sagen wir mal so: Else Lasker-Schüler hat einen sehr positiven Auftritt gehabt.“

Schlemmer zog nicht
an Lasker-Schüler vorbei

Viele Gäste besuchten übrigens beide Ausstellungen. Zufrieden ist Birthälmer auch mit der Annahme der Veranstaltungen, Vorträgen und besonderen Inszenierungen wie Lesung und Aufführung zu den Finissagen. Sie waren gut besucht. Besonders freut sie das für beide Schauen geltende Lob der Besucher dafür, „dass wir soviel aus eigenem Bestand zeigen konnten“. Die Ausstellungen hätten lohnenswerte Entdeckungen ermöglicht. mws